| 1761 (Aug.) bis 1769: A. R. Mengs als Hofmaler in Madrid. Reformiert dort die Akademie.
1762 A. R. Mengs läßt seine Winckelmann gewidmeten "Gedanken über die Schönheit und über den Geschmack in der Malerey" anonym erscheinen. Winckelmanns "Anmerkungen über die Baukunst der Alten" erscheinen in Leipzig. (April) Johann Friedrich Reiffenstein, russischer und sächsischer Hofrat (geb 1719) nimmt Wohnung in Rom, wo er bis zu seinem Tode (1793) bleibt. Befaßt sich als Anhänger Winckelmanns mit Archäologie, vermittelt Antikenkäufe nach Deutschland und führt zahlreiche deutsche Reisende durch Rom (Lessing, Goethe, Herder u. a.). Richtet im Palazzo Zuccari ein "studio di antichità" ein, wo er mit Amateuren Gemmen nachbildet und mit Wachsmalerei experimentiert.
1763 Erste Auflage von Vasis "Itinerario di Roma", das für mehr als ein Halbjahrhundert einer der gebräuchlichsten Reiseführer wird. (Jan.) bis Juni 1765: Angelica Kauffmann (1741-1807) in Rom. Malt erfolgreiche Bildnisse (u. a. Winckelmann). Eindruck der Malerei von Mengs, Batoni, Gavin Hamilton. (11. April) Winckelmann wird Prefetto delle Antichità di Roma. (Juni) Einweihung der Villa Albani, die die Kunstsammlungen des Kardinals beherbergt. Bei der Aufstellung der Statuen hat Winckelmann mitgewirkt.
1764 Winckelmanns Hauptwerk "Geschichte der Kunst des Altertums" (l. und 2. Teil) erscheint in Dresden. (Dez.) Mengs' Schüler Giovanni Battista Casanova (1730-1759) siedelt von Rom nach Dresden um; wird Professor an der Akademie und 1776 deren Direktor (mit Schenau).
1765 Friedrich H. erwirbt für 30 000 Dukaten die Gemmensammlung des Barons Philipp von Stosch. (5. Mai) Die Malerin Angelica Kauffmann wird Mitglied der Accademia di San Luca. (Frühling) Der Maler Martin Knoller übersiedelt von Rom nach Mailand, wo er 1804 stirbt. Tätig besonders als kirchlicher Freskomaler. (Dez.) bis Mai 1766: Der Dessauer Baumeister Friedr. Wilh. v. Erdmannsdorff in Rom (erneute Aufenthalte Ende 1770 bis Okt. 1771 und Nov. 1789 bis April 1790). Er gehbrt zur Begleitung des Fürsten Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau.
1766 G. E. Lessing veröffentlicht in Berlin "Laokoon, oder Über die Grenzen der Mahlerey und Poesie". Sir William Hamilton, britischer Botschafter in Neapel, erwirbt die Porcinari Sammlung etruskischer Vasen; er baut sie durch eigene Grabungen zu der größten Sammlung ihrer Art aus. (4. Mai) Anton Maron, Mengs' engster Mitarbeiter, wird Mitglied der Accademia di San Luca. Kurz danach erhält seine Gattin Therese (geb. Mengs) dieselbe Würde.
1767 bis 1778: Der schwedische Bildhauer Johan Tobias Sergel (1736-1813) in Rom. Freundschaft mit Abildgaard, später auch mit Hackert, ab 1770 mit Füssli. Er wird mit dem "Liegenden Faun" (Marmor, 1770-1774) berühmt. (Frühjahr) Die zwei ersten Bände von Winckelmanns "Monumenti antichi inediti" erscheinen in Rom. Anton Maron malt Winekelmanns Bildnis (eine Fassung in den Kunstsammlungen zu Weimar).
1768 bis 1772: Der Antiken-Restaurator Bartolommeo Cavaceppi (um 1716-1799), ein Freund Winckelmanns, veröffentlicht die von ihm bearbeiteten Skulpturen in der dreibändigen "Raccolta d'antiche statue ... ristaurate". (8. Juni) Winckelmann wird in Triest (nach einem kurzen Wien-Aufenthalt) ermordet. (Dez.) Der Maler Jacob Philipp Hackert (1737-1807) kommt nach dreijährigem Aufenthalt in Frankreich mit seinem Bruder Joh. Gottlieb nach Rom. Lernt Sergel kennen. Schließt lebenslange Freundschaft mit Reiffenstein. In den folgenden Jahren ausgedehnte Reisen durch Italien. Ab 1782 als Hofmaler in Neapel.
1769 (März) Kurzer ltalien-Aufenthalt des jungen Kaisers Josephs II. (Sept.) Das seit 1739 für König Karl III. errichtete Schloß Capo di Monte bei Neapel ist mit seiner Gemälde- und Antikensammlung (z. T. aus Parma und aus dem römischen Palazzo Farnese hierher erbracht) fertig eingerichtet. Es kann von Künstlern und vornehmen Besuchern auf Antrag besichtigt werden.
1770 bis 1771: Johann Jakob Volkmanns "Historisch-kritische Nachrichten von Italien" (3 Bände) erscheinen. Das Buch bleibt mehrere Jahrzehnte als Reiseführer sehr beliebt. (April) bis Herbst 1778: Johann Heinrich Füssli (1741-1825) in Italien, vorwiegend in Rom. Hier autodidaktische Ausbildung zum Maler. Eindruck Michelangelos und der italienischen Manieristen. (Dez.) bis Frühjahr 1774: Mengs erneut in Italien. Lange Aufenthalte in Rom, Florenz und Neapel. Schon am 16. Dez. wird er zum Principe
(Präsident) der Accademia di San Luca gewählt. (Jahresende) Gründung einer neuen
großen päpstlichen Antikensammlung, des späteren Museo Pio-Clementino im Vatikan. |
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