1771

Johann Freiherr von Riedesels "Reise durch Sicilien und Großgriechenland" erscheint. Mit diesem Bericht werden die Altertümer Siziliens in die Reiseliteratur eingeführt.

bis 1773: Hackert malt für Zarin Katharina II. sechs monumentale Bilder der Seeschlacht bei Tschesme, die großes Aufsehen erregen. Lord Bristol, Bischof von Derry, läßt sich in Rom nieder und übt jahrzehntelang ein sonderlinghaftes und vielbespötteltes Mäzenatentum aus.

 

1772

bis 1773: Mengs malt das Fresko "Allegorie der Geschichte" in der Camera dei Papiri des Vatikans. Zusammenarbeit mit Unterberger.

(Mai) bis Sept. 1778: Der Züricher Maler Joh. Heinr. Füssli (1741-1825) lebt nach sechsjährigem London-Aufenthalt in Rom. Anregungen durch Michelangelo und die ital. Manieristen. Freundschaft mit Tobias Sergel. (8. Nov.) Christoph Unterberger wird Mitglied der Accademia di San Luca.

 

1773

bis 1776: Der dänische Maler Nik. Abr.Abildgaard in Rom. (März) bis Frühjahr 1782: Der Bildhauer Friedrich Wilhelm Döll (1750-1816) in Rom. Bildet sich unter Anleitung von Mengs und Reiffenstein aus.

 

1774

Nach dem Tode von J. P. Hackerts Bruder Johann Gottlieb wird der zweite Bruder, Georg, Hackerts Mitarbeiter. Er fertigt Nachstiche nach dessen Kompositionen.

(Juli) bis Anfang 1777: Mengs zum zweitenmal in Madrid.

(Ende) bis 1792 (mit Unterbrechungen): Der Maler Joh. August Nahl in Rom.

 

1775

Der Maler Anton Maron aus Wien (1731-1808) läßt sich endgültig in Rom nieder.

(Mai bis Dez.) Gotthold Ephraim Lessing in der Begleitung des jungen Prinzen Leopold von Braunschweig in Italien. Große Rundreise bis nach Neapel.

bis Juli 1780: Jacques-Louis David (1748-1825) hält sich als Rom-Preisträger der Pariser Akademie in Rom auf.

(Aug. bis Mai) Der Maler und Radierer Albert Christoph Dies (1755-1822) hält sich in Rom auf. Malt Veduten. Freundschaft mit Alois Hirt.

 

1776

bis 1785: Der Mannheimer Landschaftsmaler Franz Kobell (1749-1822) in Rom.

(Sommer) Der dänische Archäologe Joh. Georg Zoega (geb. 1755) läßt sich in Rom nieder, wo er 1809 stirbt.

(Sept.) bis Sept. 1781: Der Wiener Bildhauer Franz Zauner (1746-1822) als Akademiestipendiat in Rom. Arbeitet bei Alexander Trippel.

(Sept.) bis Sept. 1783: Friedrich Heinrich Füger (1751-1818) hält sich als Stipendiat der Wiener Akademie in Rom auf. Wird im Frühjahr 1777 Schüler von Mengs. Besucht Trippels Privatakademie.

(Herbst) bis Ende 1780: Der Landschaftsmaler Jakob Wilhelm Mechau (1745 bis 1808) hält sich in Rom auf. Enge Freundschaft mit H. Füger.

(Okt.) Der Bildhauer Alexander Trippel aus Schaffhausen (geb. 1744) langt in Rom an. Hier läßt er sich (nach kurzem Zwischenaufenthalt in der Schweiz) für immer nieder. Er richtet eine private Akt-Akademie ein, die von Zauner, Füger, W. Tischbein u. a. genutzt wird. Seinen Einfluß erfahren Chr. Ruhl, Joh. Jakob Schmid, Gottfried Schadow, Wilh. Tischbein u. a. Trippel stirbt 1793.

 

1777

bis 1780: Eine zweibändige Ausgabe der Briefe Winekelmanns erscheint in Dresden.

(März) Mengs trifft wieder in Rom ein, wo er 1779 stirbt.

(April) Hackert mit Charles Gore und Richard Knight in Sizilien.

(April) bis Ende 1779: Der Maler Joh. Friedr. August Tischbein in Rom.

(Nov.) bis 1783: Der Maler Friedrich Rehberg (1758-1835) in Rom.

 

1778

bis 1785: Christoph Unterberger stellt für Katharina II. originalgroße Kopien von Raffaels Loggien-Fresken in enkaustischer (Wachs-) Malerei her: wichtiger Versuch der Neubelebung einer antiken Technik, um die sich gleichzeitig mehrere Maler bemühen.

(Nov.) Der Maler und Dichter Friedrich Müller aus Mannheim (gen. Maler Müller), geb. 1749, läßt sich in Rom nieder, wo er 1825 stirbt. Neigt immer stärker dem Dichten und der Tätigkeit als Fremdenführer zu.

 

1779

J. L. David mit dem Archäologen Quatremère de Quiney in Neapel. Der Eindruck der Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum wirkt auf ihn "wie eine Staroperation".

(29. Juni) Anton Raphael Mengs stirbt in Rom auf dem Höhepunkt seines Ruhmes als "pittore filosofo" und "neuer Raffael". Seine wichtigsten Nachfolger: Maron, Unterberger, Wenzel Peter, Martin Knoller, G. B. Casanova.

(Jahresende) Eine Mengs-Büste wird im Pantheon aufgestellt.

 Die von Mengs nachgelassene bedeutende Sammlung von Gipsabgüssen antiker Bildwerke wird (durch Trippels Vermittlung) für Dresden angekauft.

(Dez.) bis Frühling 1781: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) mit einem Stipendium der Kasseler Akademie zum erstenmal in Italien. Besucht in Rom Trippels Akademie. Studiert Raffael.

 

1780

Bianconi veröffentlicht in Mailand "Elogio storico del eavaliere Ant. Raffaele Mengs".

Mengs' sämtliche Schriften erscheinen in Parma in italienischer Sprache, herausgegeben von Gius Niccola d'Azara, der eine ausführliche Mengs-Biographie beifügt. Veränderte Neuausgabe 1787.

Die Brüder Pisani gründen in Florenz eine große Bildhauerwerkstatt zur manufakturmäßigen Herstellung von Antikenkopien und -nachahmungen. Sie beschäftigen bald etwa hundert Arbeiter.

(2. Jan.) Maler Müller konvertiert.

Canova übersiedelt von Venedig nach Rom, wo er bis zu seinem Tode (1822) bleibt.

(Nov.) bis Aug. 1783: Der Dichter Wilhelm Heinse (1746-1803) in Italien: Venedig, Padua, Florenz. Seit Aug. 1781 in Rom. Enge Freundschaft mit Maler Müller. Stark beeindruckt von Michelangelo. Kritische Auseinandersetzung mit Winckelmanns Theorie. Konzipiert den Renaissance-Roman "Ardinghello".

 
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