1781

Christoph Heinrich Kniep aus Hildesheim (1755-1825) läßt sich in Italien nieder; nach kurzem Aufenthalt in Rom siedelt er nach Neapel über, wo er bis zu seinem Tode bleibt. Tätig vor allem als Landschaftszeichner. Arbeitet später u. a. für Goethe.

(Juli) Angelica Kauffmann heiratet in London den Maler Antonio Zucchi und begibt sich mit ihm nach Italien zurück. Aufenthalt in Venedig, danach nimmt sie ihren Wohnsitz abwechselnd in Neapel und Rom. Seit 1785 lebt sie ständig in Rom, wo sie 1807 stirbt.

(10. Dez.) Gründung einer Akt-Akademie in Neapel.

 

1782

bis Jan. 1799: Der Maler Friedrich Bury in Rom. Wird 1786/87 entscheidend durch Goethe gelenkt.

Eine Winekelmann-Büste von Döll wird im Pantheon aufgestellt.

Füger in Neapel. Malt Fresken im Schloß Caserta.

bis 1787: Christian Traugott Weinlig läßt "Briefe über Rom" erscheinen, in denen Gedanken Winckelmanns verarbeitet sind. Das Werk ist mit Nachbildungen von Piranesi-Radierungen illustriert.

Ennio Quirino Visconti veröffentlicht den ersten Band der Beschreibungen des Museo Pio Clementino.

(Jan. bis März) Der Historiker Aug. Ludw. von Schlözer aus Göttingen (1735 bis 1809) besucht Rom mit seiner Tochter Dorothea, deren Büste von A. Trippel geschaffen wird.

(Mai) Hackert beginnt für König Ferdinand I. von Neapel zu arbeiten und lebt teils in Rom, teils in Neapel.

(Sept.) bis Mai 1796: Der Kunstgelehrte Alois Hirt (1759-1839) lebt in Rom. Wirkt u. a. als hochgeschätzter Fremdenführer. Schickt Berichte an den Weimarer "Deutschen Merkur".

(Okt.) bis Juli 1789 (mit Unterbrechung): Der Kupferstecher Heinrich Lips aus Zürich (1758-1817) in Rom. Freundschaft mit Goethe und mit dessen Umkreis. (Nov.) J. H. W. Tischbein reist von Zürich aus zum zweitenmal nach Italien, wo er bis 1799 bleibt. Er lebt, nach einem Aufenthalt in Mailand, wo ihn der Dom stark beeindruckt, zunächst in Rom (bis 1788).

 

1783

Die Villa Borghese wird (unter Leitung von Asprucci) zu einem privaten Antikenmuseum umgestaltet.

Winckelmanns "Geschichte der Kunst des Altertums" erscheint in der italienischen Übersetzung von Carlo Fea.

Wilhelm Heinse und sein Freund Friedrich Müller ("Maler Müller") planen die Herausgabe einer Zeitschrift "Italienischer Merkur" oder "Italienische Bibliothek nebst Nachrichten von Kunstsachen". Die Zeitschrift kommt nicht zustande.

(Frühjahr) Alexander Trippel soll Hofbildhauer in Dresden werden. Die Verhandlungen scheitern, weil des Künstlers Forderungen nicht erfüllt werden.

(Sept.) Von Rom aus geht Heinrich Füger nach Wien zurück. Er wird dort Vicedirektor (ab 1795 Direktor) der Akademie.

(Dez.) Anton Maron wird Principe der Accademia di San Luca (bis 1786).

 

1784

bis 1791: Die im römischen Palazzo Farnese verbliebenen Antiken, unter ihnen der Herkules Farnese und der Farnesische Stier, werden nach Neapel verbracht.

J. H. W. Tischbein vollendet in Rom für den Herzog von Gotha das Historienbild "Konradin von Schwaben und Friedrich von Österreich im Gefängnis" (Schloßmuseum Gotha). Das Bild findet den Beifall Davids und Batonis.

Kaiser Joseph II. besucht Angelica Kauffmann in Rom und bestellt zwei große Historienbilder nach freier Themenwahl. Sie malt "Hermann und Thusnelda" und "Pallas von Turnus getötet" (ehemals Wien; verschollen).

Jakob Georg Christian Adlers "Reisebemerkungen auf einer Reise nach Rom" erscheinen.

bis 1788: Die Zeitschrift "Giornale delle Belle Arti" erscheint in Rom.

bis 1789: Guattani gibt in Rom mehrere Bände "Monumenti antichi inediti" heraus.

(Mai) Der Maler Johann Heinrich Meyer aus Zürich (1760-1832) begibt sich nach Italien mit Heinr. Kölla. Bleibt in Rom bis Frühjahr 1790, beginnt hier zu kunsthistorischen Studien überzugehen und lernt im Nov. 1786 Goethe kennen, dem er mit seinen Kenntnissen unentbehrlich wird.

(Sommer) bis Frühjahr 1790: Der Maler Joh. Georg Schütz aus Frankfurt/Main (1755-1813) in Rom. Freundschaft mit Bury, Lips, Meyer und dem Goethe Kreis.

(Okt.) bis 1785: J. L. David zum zweitenmal in Rom, in Begleitung seiner Schüler Drouais und Wicar. Malt den "Schwur der Horazier"- Zu den wenigen, die sein Atelier betreten dürfen, zählt W. Tischbein.

 

1785

Wilhelm Tischbein wird von den Gemälden des Quattrocento stark angezogen und sammelt sie.

bis 1788: Die Zeitschrift "Memorie per le Belle Arti" erscheint in Rom.

Francesco Milizia: "Memorie degli architetti antichi e moderni".

Phlipp Hackert stellt in Rom Landschaften aus.

(Frühjahr) bis Herbst 1787: Der Stuttgarter Maler Philipp Friedr. von Hetsch in Rom; weitere Aufenthalte Winter 1795/96, Juni 1802-Mai 1803.

(Juli) bis Herbst 1787: Der Bildhauer Gottfried Schadow (1764-1850), der mit seiner Braut aus Berlin geflohen ist, hält sich in Rom auf. Anschluß an Trippel, Freundschaft mit Canova, den Brüdern Genelli, Lütke u. a. Umgang mit französischen Künstlern.

(August) J. L. David stellt in seinem römischen Atelier den "Schwur der Horazier" aus. Als Muster einer streng klassizistischen Historienmalerei erregt das Bild größtes Aufsehen.

(Okt.) Nach zweijährigem Aufenthalt in Paris bei Pajou trifft der Bildhauer Joh. Heinrich Dannecker aus Stuttgart (1758-1841) mit seinem Freund Philipp Scheffauer in Rom ein, wo er bis Herbst 1789 bleibt. Er schließt Freundschaft mit Canova und Trippel.

 

1786

Die Antikensammlung des Palazzo Farnese in Rom wird nach Neapel gebracht und verstärkt erheblich die Anziehungskraft dieser Stadt.

"Des Ritters Anton Raphael Mengs hinterlassene Werke" erscheinen in deutscher Sprache.

(Anf.) Die Brüder Genelli aus Berlin (Janus, Maler, 1761-1813 und Hans Christian, Baumeister, 1763-1823) reisen mit dem Landschaftsmaler Peter Ludwig Lütke (1759--1831) nach Italien. Die Brüder bleiben in Rom bis 1789. Lütke wird hier Schüler von Hackert.

(Anf.) Carstens schließt in Lübeck Freundschaft mit dem neun Jahre jüngeren Apotheker Karl Ludwig Fernow (geb. 1763). Dieser entschließt sich, von ihm angeregt, Maler zu werden.

(März) Die Brüder Hackert siedeln nach Neapel um, wo sie am Hof fest angestellt werden. Auch von hier aus unternehmen sie häufig Reisen. Sie gründen eine eigene Kupferstecher-Schule und eine Papiermühle. Jacob Philipp wird der Berater des Königs in allen künstlerischen Fragen.

(Sept.) bis Frühjahr 1788: Goethes erste italienische Reise. Von Karlsbad aus nach Oberitalien (Verona, Vicenza, Venedig, Bologna). Starker Eindruck der Bauten von Palladio. Trifft am 29. Okt. in Rom ein. Nimmt Wohnung bei Tischbein. Schließt Freundschaft mit K. Ph. Moritz und J. H. Meyer. Verkehrt mit Schütz, Bury, Angelica Kauffmann, Hirt, Trippel, Lips, Rehberg. Vollendet die "lphigenie". Zeichnet viel.

(Nov.) bis Okt. 1788: Karl Philipp Moritz, Philologe und Dichter (1757-1793) in Rom. Knüpft enge Freundschaft mit Goethe.

 

1787

Plan zur Gründung einer preußischen Kunstschule in Rom. Als Leiter ist der Maler Friedrich Rehberg (1758-1835) vorgesehen. Das Vorhaben kommt jedoch nicht zustande.

Rehberg wird vom preußischen Akademiekurator von Heinitz nach Rom geschickt, um antike Statuen und Gemälde der Renaissance für den akademischen Gebrauch zu kopieren. Erhält Aufsicht über die Stipendiaten der Berliner Akademie und bleibt (mit längeren Unterbrechungen) bis 1820 in Rom.

bis 1790: Der Kasseler Bildhauer Joh. Christian Ruhl (1764-1842) in Rom.

Canova wird durch das Grabmal des Papstes Clemens XIV. berühmt. Hervorgehoben wird an dem Werk die Nähe zur Antike.

bis 1788: Alexander Trippel: Goethe-Büste (l. Marmorfassung für den Fürsten von Waldeck).

Von Wilhelm Heinse erscheint "Ardinghello oder die glückseeligen Inseln", der erste Künstlerroman. Er ist im Italien der Renaissance angesiedelt.

Friedrich Wilhelm von Ramdohr: "Über Mahlerey und Bildhauerarbeit in Rom für Freunde des Schönen in der Kunst" (3 Bände). Das Werk wird zum vielbenutzten Handbuch.

(22. Febr.) bis 5. Juni: Goethe mit Tischbein in Neapel. Lernt Hackert kennen. April/Mai Reise durch Sizilien mit dem Maler Heinrich Kniep, der Goethe im Aquarellieren unterrichtet und in dessen Auftrag Ansichten von Sizilien zeichnet.

(April) Der Schweizer Kupferstecher Friedrich Wilhelm Gmelin (1760-1820) zieht nach Italien, wo er mit kurzer Unterbrechung (1798-1800) bis zu seinem Tode bleiben wird. Die ersten drei Jahre lebt er in Neapel, wo er Hackerts Verduten im Kupferstich vervielfältigt.

(7. Juni) bis April 1788: Goethe erneut in Rom. Vollendet "Egmont". Perspektiv- und Kompositionsstudien bei Verschaffelt. Zeichnet Landschaften unter Anleitung Hackerts.

(Juli) Wilhelm Tischbein bleibt in Neapel bis 1799 (ab 1789 als Akademiedirektor). Vielseitige Tätigkeit als Porträtist, Historien- und Idyllenmaler. Nachzeichnungen nach Antiken. Archäologische und anthropologische Studien.

 

1788

Im Haus am Corso 20 wohnen gemeinsam, außer dem Bildhauer Ceracchi, die Deutschen Schütz, Bury, Tischbein, Rehberg, Lips, Friedrich Müller. Angelica Kauffmann nennt diese Gruppe die "deutsche Akademie bei Rondanini".

Friedrich Müller plant eine Zeitschrift "Römischer Parnaß von schönen Künsten und Wissenschaften", die niemals erscheint.

Eine geplante Berufung A. Trippels als Hofbildhauer nach Berlin kommt nicht zustande. Die Stelle erhält Gottfried Schadow.

Heinrich Dannecker vollendet den "Bacchus".

Wilhelm Tischbein malt "Orest und Iphigenie".

Karl Philipp Moritz veröffentlicht die unter Goethes Einfluß konzipierte Schrift "Über die bildende Nachahmung des Schönen".

Goethe veröffentlicht im "Deutschen Merkur" den Aufsatz "Einfache Nachahmung der Natur, Manier, Stil", der seine italienischen Erfahrungen zusammenfaßt.

(23. April) bis Ende Mai: Goethe reist von Rom über Florenz, wo er sich zwei Wochen aufhält, nach Deutschland zurück.

(Sept.) Asmus Jacob Carstens aus Schleswig trifft in Berlin ein.

(Okt.) Herder trifft in der Begleitung des Freiherrn von Dalberg in Rom ein. Er bleibt unbeeindruckt. Freundschaft mit Angelica Kauffmann und Alois Hirt. Anschluß an Anna Amalia und ihren Kreis. Rückkehr nach Weimar im Juli 1789.

(Okt.) bis Mai 1790: Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar in Italien. Zunächst in Rom; vom Mai 1789 bis April 1790 in Neapel. Freundschaftlicher Verkehr mit Herder, Hirt, Meyer, Tischbein, Bury, Kniep u. a.

(Okt.) Karl Philipp Moritz verläßt Rom und tritt in Berlin eine Professur für Altertumskunde an der Akademie an.

 

1789

Luigi Lanzi veröffentlicht "Storia pittorica dell' Italia", eine nach Schulen gegliederte Geschichte der italienischen Malerei.

Robert Grunds "Malerische Reise eines deutschen Künstlers nach Rom" erscheint.

bis 1792: Die Zeitschrift "Italien und Deutschland" wird von K. Ph. Moritz und A. Hirt herausgegeben.

(Febr.) A. Trippel vollendet in Rom die Figuren für das Grabmal des Grafen Tschernyschew in Jaropolz bei Moskau.

(Frühjahr) Die Brüder Genelli kehren aus Rom nach Berlin zurück. Sie regen Carstens zum Studium der Gemmen an. Ihre Berichte bestimmen ihn zur Italienreise.

(Mai) W. Tischbein wird Direktor der Neapeler Akademie, reformiert sie im klassizistischen Sinne und empfiehlt gleichzeitig seinen Schülern das Naturstudium.

(Sommer) Die ersten französischen Emigranten treffen in Italien ein. Dem Adel folgen die Künstler, vor allem nach Rom. Die französische Künstlerschaft in Rom ist von nun an politisch zerspalten. Ende 1793 löst sich die französische Akademie in Rom auf (sie wird im November 1801 neu eingerichtet).

(Juli) Heinrich Lips verläßt Rom, um an der Weimarer Zeichenakademie tätig zu sein.

(Herbst) Heinrich Dannecker verläßt nach Ablauf seines Stipendiums Rom und wird an der Stuttgarter Karlsschule angestellt.

(Dez.) Der Landschaftsmaler Joh. Christian Reinhart (geb. 1761) läßt sich in Rom nieder, wo er 1847 stirbt. Er wird neben J. A. Koch, ein Hauptvertreter der klassizistisch idealisierenden Auffassung der Landschaft.

 

1790

bis Herbst 1798: Zweiter Italienaufenthalt des Dresdner Landschaftsmalers Jakob Wilhelm Mechau. Freundschaft mit Reinhart.

Der Stecher F. W. Gmelin siedelt von Neapel noch Rom über. Schafft hier bis zu seinem Tod 1820 zahlreiche Landschafts-Kupferstiche.

J. H. W. Tischbein, Bury und Lips kopieren und pausen altitalienische Bilder des Trecento und Quattrocento.

(März bis Mai) Goethes zweite italienische Reise: Aufenthalt in Venedig, um Herzogin Anna Amalia abzuholen.

(Frühjahr) Heinrich Meyer verläßt Rom, um sich, nach einem Aufenthalt in der Schweiz, in Weimar als Professor am Kunstinstitut und als Goethes Mitarbeiter niederzulassen.

(Frühjahr) Johann Georg Schütz kehrt nach sechsjährigem Rom-Aufenthalt nach Deutschland zurück.

Goethe läßt die entwicklungsgeschichtliche Darstellung "Ältere venezianische Gemälde" erscheinen.

Der Maler Johann Christian Klengel aus Dresden (1751-1824) hält sich in Rom auf .

Der Maler Martin Knoller (geb. 1725) läßt sich in Mailand nieder. Wird hier Akademieprofessor und stirbt 1804.

bis 1795: Die Bilder der Vasen aus der Sammlung Sir William Hamiltons in Neapel werden in mehreren Bänden mit Umrißstichen von W. Tischbein publiziert. Sie dienen als Muster für klassizistische Kompositiorlen. Der reine Umrißstich wird sehr bald aus der reproduzierenden in die freie Graphik übernommen (Gagneraux, Flaxman).

(April) K. Ph. Moritz veröffentlicht in Berlin die "Götterlehre", eine Systematisierung griechischer Mythen, mit Kupferstichen von J. A. Carstens nach antiken Gemmen.

(Sommer) August Nahl kehrt von Rom zurück nach Kassel.

(Ende Juni) bis 15. 2. 1795: Der Maler Gerhard von Kügelgen (1772-1820) in Rom mit seinem Zwillingsbruder Karl.

 
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