| 1792 bis 1793: Karl Philipp Moritz' "Reisen eines Deutschen in Italien in den Jahren 1786 und 1788" erscheinen (3 Bände). (Sommer) bis Juni 1797: Der Karlsruher Baumeister Friedrich Weinbrenner (1766-1826) hält sich in Rom auf. (Sept.) Asmus Jacob Carstens (1754-179ö) kommt nach Rom mit einem Stipendium der Berliner Akademie. Hier bleibt er bis zu seinem Tode. (Sept.) bis 1798: J. C. Reinhart, J. W. Mechau und A. Chr. Dies lassen beim Nürnberger Verlag Frauenholz "Mahlerisch radirte Prospecte aus Italien" erscheinen (72 Blätter). (Ende) bis Jan. 1799: Der Maler Joh. Erdmann Hummel (1769-1852) in Rom.
1793 John Flaxmans "Umrisse zu Homer" erscheinen. Durch mehrfache Neuausgaben erlangen sie große Verbreitung und wirken stilbildend. Von Hans Ottokar Reichard erscheint in Weimar "Guide d'Italie". Das Buch bleibt bis gegen 1820 einer der meistbenutzten Reiseführer. (Jan.) Die Verfolgung republikanischer Franzosen im Kirchenstaat verschärft sich. Viele flüchten nach Florenz oder Neapel. Die Deutschen und Engländer bilden nun die Mehrzahl der ausländischen Künstler in Rom. (24. Sept.) Alexander Trippel stirbt neunundvierzigjährig in Rom. (6. Okt.) Joh. Friedr. Reiffenstein stirbt in Rom nach fast dreißigjährigem Aufenthalt.
1794 (2. Aug.) In einem Brief an den Minister von Heinitz, Kurator der Berliner Akademie, greift Carstens das Akademiewesen als Despotismus grundsätzlich an. (Sept.) Karl Ludwig Fernow kommt nach Rom, um sich als Maler weiter auszubilden. Er bleibt bis 1803. Wohnt bei Carstens. Freundschaft mit Carstens, J. A. Koch. Wendet sich ab 1795 endgültig der Kunsttheorie zu. (Sept.) bis 1795: Der Münchner Galerieinspektor Joh. Georg von Dillis (1759 bis 1841) in Italien. Später wiederholte Aufenthalte, um Kunstwerke anzukaufen. Friedrich Rehberg veröffentlicht eine Serie von Radierungen nach den in antikem Geschmack gestalteten "Attitüden" (Posen) der Lady Hamilton. Die Folge wird später mehrmals neu aufgelegt. (bis April 1799) Der Historienmaler Ferdinand Hartmann aus Stuttgart (1774 bis 1842) bildet sich in Rom (zuerst unter Anleitung von Carstens) aus.
1795 bis Frühling 1798: Der Maler Eberhard Wächter aus Stuttgart (1762-1852) hält sich, nach achtjährigen Studien in Paris, in Rom auf. Er konvertiert hier. Enger Anschluß an Carstens. Freundschaft mit Fernow, Koch, Weinbrenner. bis Dez. 1802: Der Archäologe Wilhelm Uhden in Rom; seit 1798 als preußischer Ministerresident bei der Kurie. Niccolo Passeri läßt in Neapel "Gespräche über die Ursachen des Verfalls der Malerei und deren Studium" erscheinen (fünf imaginäre Dialoge zwischen Mengs und Winekelmann). Goethes "Römische Elegien" erscheinen. (Jan.) Der Maler Joseph Anton Koch aus Tirol (1768-1839) wandert nach Italien und bleibt zunächst einige Monate in Neapel. (Febr.) Der Maler Gerhard von Kügelgen verläßt Rom. (April) Carstens stellt 11 Zeichnungen im römischen Atelier des verstorbenen Pompeo Batoni aus. Daran knüpft sich eine Pressefehde zwischen Carstens' Anhänger Fernow und Friedrich Müller als Verfechter des akademischen Klassizismus Mengsscher Prägung. (April) Joseph Anton Koch läßt sich in Rom nieder. Er lebt dort, außer 1812 bis 1815, bis zu seinem Tod 1839. Anschluß an den Kreis um Carstens. Freundschaft mit Wächter und Reinhart. (Frühjahr) Carstens weigert sich, Rom zu verlassen, um seinem Amt an der Berliner Akademie nachzugehen. In Briefen an den -Minister Heinitz vertritt er das Recht des Genies auf freie Entfaltung. (Frühjahr) Carstens zeichnet "Die Nacht mit ihren Kindern" (Weimar). (Juni) Der Landschaftsmaler Johann Martin von Rohden (geb. 1778 in Kassel) nimmt seinen Wohnsitz in Rom, wo er 1868 stirbt. (Nov.) bis April 1796: Die Schriftstellerin Friederike Brun geb. Münter (1765 bis 1835) in Rom. Von hier aus schickt sie Beiträge an mehrere deutsche Zeitschriften. Erneute Aufenthalte 1802/03 und 1807/10. Sie veröffentlicht 1800 ein Tagebuch ihres ersten Aufenthaltes, 1816 einen Briefband und 1833 die zwei Bände "Römisches Leben". (Nov.) bis Mai 1796: Der Dichter Friedrich Matthison hält sich in der Begleitung der Fürstin Luise von Anhalt-Dessau in Rom auf. (Herbst) Goethe und Heinrich Meyer planen ein umfassendes Werk über Italien. Meyer reist von neuem nach Rom (bleibt hier bis Juni 1796). Das Buch wird nicht ausgeführt. (Winter) bis Anfang 1796: Fernow hält beim Prinzen August von England vor 36 Zuhörern Vorlesungen über Ästhetik nach Kantischen Prinzipien.
1796 (Jan.) Goethe beginnt die Übersetzung von Benvenuto Cellinis Selbstbiographie. Das Werk erscheint in Fortsetzungen in Schillers "Horen". (Mai) Alois Hirt verläßt Rom und läßt sich in Berlin nieder, wo er an der Akademie der Künste lehrt und einen Museumsplan entwickelt. (Mai) A. Chr. Dies verläßt Rom nach 20jährigem Aufenthalt und läßt sich in Wien nieder, wo er an der Akademie lehrt. (Mai) bis Febr. 1801: Französischer Italienfeldzug. Die Waffenstillstandsverträge mit den verschiedenen italienischen Staaten legen die Auslieferung zahlreicher berühmter Kunstwerke aus Antike und Renaissance nach Paris fest. (Sommer) Carstens zeichnet "Homer singt den Griechen". (Dez.) Wilhelm Heinrich Wackenroders "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" erscheinen in Berlin (mit der Jahresangabe 1797), von Ludwig Tieck herausgegeben und um einige Stücke ergänzt. Das Buch wird zum wichtigsten Zeugnis frühromantischer Kunstauffassungen. Als Muster werden vor allem italienische Renaissancemaler gepriesen; neben der Preisung Raffaels steht die Ehrenrettung Dürers.
1797 Eberhard Wächter entwirft in Rom die Komposition "Hiob und seine Freunde". Das Bild wird erst 1824 vollendet (Staatsgalerie Stuttgart). (4. Febr.) Pompeo Batoni, der berühmteste italienische Maler seiner Zeit, stirbt 89jährig in Rom. (19. Febr.) Frieden von Tolentino. Daraufhin werden 1797/98 zahlreiche Kunstwerke aus Rom als Beutegut nach Paris transportiert. (Febr.) Der dänische Bildhauer Bertel Thorwaldsen (1770-1844), der mit einem Stipendium der Kopenhagener Akademie nach Rom reist, trifft in Neapel ein. Lernt Wilhelm Tischbein kennen und bewundert die antike Vasenmalerei. (3. März) Thorwaldsen trifft in Rom ein, wo er (mit einer kurzen Unterbrechung) 41 Jahre bleiben wird. Er bezeichnet später den Tag seiner Ankunft als seinen eigentlichen Geburtstag. (April) Die ersten Transporte von Kunstwerken aus Italien werden nach Paris geschickt. (Mai) In einem Aufsatz in Schillers "Horen" polemisiert Friedrich Müller (Maler Müller) gegen Fernows Lobpreisung der Kunst von Carstens (im "Neuen Teutschen Merkur" von Juni 1795).
1798 (25. Jan.) Der Mengs-Schüler Christoph Unterberger (seit 1785 in Rom) stirbt. Ludwig Tiecks Künstlerroman aus der Dürer-Zeit "Franz Sternbalds Wanderungen" erscheint. bis 1800: Goethe und Heinrich Meyer geben die Zeitschrift "Propyläen" heraus. (Febr.) Besetzung Roms durch französische Truppen. Der Papst wird für abgesetzt erklärt. Der Kirchenstaat wird eine Republik. (Frühling) Eberhard Wächter verläßt Rom und übersiedelt für zehn Jahre nach Wien. (25. Mai) Asmus Jacob Carstens stirbt in Rom. Als Erbwalter nehmen sich Thorwaldsen, Koch und Fernow seines Werkes an. (Herbst) J. W. Mechau kehrt von Rom nach Dresden zurück, wo er 1808 stirbt.
1799 J. A. Koch radiert die Argonauten-Kompositionen von Carstens: frühes Beispiel der reinen Umriß-Radierung. Ludwig Tieck gibt, unter Verwendung von Stücken aus Wackenroders Nachlaß, "Phantasien über die Kunst heraus. (Jan.) Der Maler Joh. Erdmann Hummel reist von Rom ab. (März) Angesichts der französischen Besetzung Neapels fliehen Wilhelm Tischbein und die Brüder Hackert aus Neapel. Während diese in Italien bleiben, kehrt Tischbein nach Deutschland zurück. 1801 läßt er sich in Hamburg nieder, ab 1808 lebt er in Eutin und arbeitet für den Herzog von Oldenburg. Hungersnot in Rom.
1800 Der Maler Ernst Platner aus Leipzig (geb. 1773) läßt sich in Rom nieder, wo er 1855 stirbt. Geht ab 1818 zu kunstliterarischer Tätigkeit über. bis 1804: Joseph Wismayr gibt die "Ephemeriden der italienischen Literatur für Deutschland" heraus. (Mai) Die Brüder Hackert lassen sich in Florenz nieder. (3. Juli) Papst Pius VII. zieht in Rom ein. Der
Kirchenstaat wird wieder errichtet. |
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