1801

bis 1804: J. H. W. Tischbein gibt (mit anderen Künstlern) das Stichwerk "Homer, nach Antiken gezeichnet" heraus.

(15. Juli) Die französische Republik schließt das Konkordat mit dem Papst ab.

(Herbst) Der Dresdner Hofbildhauer Franz Pettrich (1770-1844) reist nach Italien mit seinem Schüler Chr. Gottlob Kühn. Trifft erst Juni 1802 in Rom ein. Bildet sich bei Canova in der Marmorkunst weiter aus. Freundschaft mit Thorwaldsen. Bleibt bis 1803 in Rom.

 

1802

bis 1810: Der Maler Johann Ludwig -Lund aus Kiel (1777- 1867 ) bereist Italien.

Thorwaldsens "Jason" begründet den Ruhm des Bildhauers. Dieser beschließt, in Rom zu bleiben.

(Frühjahr) Der Stuttgarter Bildhauer Heinrich Schweickle (1779-1833) begibt sich nach Rom, wo er bis 1806 bleibt. Danach in Neapel.

(Okt.) bis Sept. 1811: Der Stuttgarter Maler Gottlieb Schick (1776-1812) hält sich - nach vierjährigem Studium in Paris bei David - in Rom auf. Von Wächter und Koch beeindruckt. Gehört zum Kreis W. von Humboldts. Malt neben Historienbildern bedeutende Bildnisse.

(Nov.) bis Okt. 1808: Wilhelm von Humboldt (1767-1835) als Preußischer Gesandter in Rom. Wohnt seit 1803 mit seiner Frau Caroline im Palazzo Tomati (Casa Buti). Umgang mit zahlreichen Künstlern. Freundschaft mit Fernow, der ihn bei Atelierbesuchen begleitet.

 

1803

bis 1805: Friedrich Schlegel (1772-1829) gibt in Frankfurt die Zeitschrift "Europa" heraus: Er bekennt sich zur christlichen Kunst und zur Vorbildlichkeit der altdeutschen, altniederländischen und altitalienischen Malerei und interpretiert die Hochrenaissance als den Beginn eines Abstiegs. Benvenuto Cellinis Selbstbiographie erscheint in Goethes Übersetzung. Johann Gottfried Seumes "Spaziergang nach Syrakus" im Jahre 1802" erscheint.

(Mai) bis Dez. 1804: Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) reist von Berlin aus mit dem Architekten Steinmeyer nach Italien. Besucht Istrien, Venedig, Bologna, Florenz, Rom, Neapel und Sizilien. Studiert antike und Renaissancebauten. Zeichnet Landschaften. Schließt Freundschaft mit Humboldt und J. A. Koch.

(Aug.) K. L. Fernow verläßt Rom, um eine Professur für Ästhetik in Jena anzutreten.

 

1804

Der Bildhauer Heinrich Schweickle erregt in Rom Aufsehen mit einer Gruppe "Amor als Sieger".

bis 1805: Gottlieb Schick malt in Rom das "Opfer Noahs" (Staatsgalerie Stuttgart).

bis 1806: Philipp Joseph von Rehfues läßt "Italienische Miszellen" (6 Bände) erscheinen.

(Mai) Der Bildhauer und Maler Johann Martin Wagner aus Würzburg (17771858) tritt nach seiner Ernennung zum Professor an der Universität Würzburg eine Studienreise nach Rom an. Freundschaft mit der Familie von Humboldt. Malt den "Rat der Helden vor Troja" (1808 vollendet). Bleibt in Rom bis zu seinem Tode. (Zwischenaufenthalte in München 1808/09 und später.)

(Juli) J. A. Koch führt Gottlieb Schick nach Olevano und leitet die künstlerische Erschließung der Gegend ein.

(Sept.) bis Juli 1806: Die Schriftstellerin Elisa von der Recke in Italien (meist in Rom), begleitet von Christoph August Tiedge. Ihr Tagebuch einer Reise durch einen Theil Deutschlands und durch Italien" erscheint 1815-1817, von C. A. Bötticher herausgegeben.

(Sept.) Die Brüder Johann und Franz Riepenhausen aus Göttingen (1789-1860 und 1786-1831) und der mit ihnen befreundete Kunsthistoriker Baron Friedrich von Rumohr konvertieren in Dresden. Sie gehören zu den frühen Vertretern einer betont katholischen Nachahmung altdeutscher und altitalienischer Malerei.

(Dez.) Der Bildhauer Christian Daniel Rauch aus Berlin (1877-1857) trifft nach halbjähriger Reise durch Deutschland und die Schweiz als Begleiter des jungen Grafen Sandretzky in Italien ein. Der Weg führt ihn von Genua über Mailand, Parma, Bologna nach Rom.

 

1805

J. A. Koch malt die "Heroische Landschaft mit Regenbogen" in erster Fassung (Karlsruhe).

August von Kotzebue "Erinnerungen von einer Reise aus Livland nach Rom und Neapel" (3 Bände).

Goethes "Winckelmann und sein Jahrhundert" erscheint. (Mitarbeiter: Fernow, J. H. Meyer, F. A. Wolf).

Schinkel plant die Herausgabe eines Tafelwerkes über die mittelalterlichen Bauten Italiens. Das Buch kommt nicht zustande.

August Wilhelm Schlegel läßt die Elegie "Rom" erscheinen.

bis 1805: Der Maler Christoph Friedrich Dörr aus Tübingen (1782-1841) arbeitet in Rom. Anschluß an Gottlieb Schick. Tätig besonders als Porträtist.

(Jan.) bis Febr. 1811: Der Bildhauer Christian Rauch (1777-1855) in Rom. Anschluß an Thorwaldsen und an den Kreis Wilhelm von Humboldts. Weitere Aufenthalte in Italien 1813/14, 1818, 1829130.

(Jan. bis Juli) Kronprinz Ludwig von Bayern (später König Ludwig L; 1786 bis 1868) zum erstenmal in Rom. Später ab 1817 zahlreiche Romaufenthalte.

(Juli) G. Schick stellt "Das Opfer Noahs" zwei Wochen lang im Pantheon aus und erregt damit großes Aufsehen.

Erfolgreiche Ausstellung Friedrich Rehbergs aus Rom in Berlin.

(Aug.) bis Juli 1806: Der Kunsthistoriker Karl Friedrich Freiherr von Rumohr zum erstenmal in Rom. Weitere Aufenthalte 1817/18, 1819, 1821, 1829. Rumohr erforscht die Geschichte der italienischen Kunst, besonders der Malerei des 15. Jahrhunderts. Lange Aufenthalte in Florenz.

(Aug.) Der Berliner BildhauerFriedrich Tieck (1776-1851) kommt mit seinem Bruder Ludwig, den Brüdern Riepenhausen und dem Baron Rumohr nach Rom. Hier Freundschaft mit Schick, W. v. Humboldt, Zusammenarbeit mit Christian Rauch. Tieck lebt (nach einem Aufenthalt in München) 1812-1819 in Carrara und arbeitet zahlreiche Büsten für die Walhalla.

(Aug.) Die Brüder Franz und Johannes Riepenhausen aus Göttingen (geb. 1786, 1789) lassen sich in Rom nieder und bleiben bis zu ihrem Tode (1831, 1860). Sie gehören zu den frühesten Vertretern des nazarenischen Kunstideals.

(Dez.) bis 1815: Schinkel stellt in Berlin alljährlich zu Weihnachten Panoramen und Dioramen mit italienischen Motiven aus.

 

1806

Carl Ludwig Fernow (seit 1804 Bibliothekar der Herzogin Anna Amalia in Weimar) veröffentlicht in Leipzig "Leben des Künstlers Asmus Jacob Carstens". bis 1808-. Fernows "Römische Studien" erscheinen in Zürich.

Wilhelm von Humboldt dichtet die Elegie "Rom".

Die Brüder Riepenhausen veröffentlichen "Leben und Tod der hl. Genoveva" (14 Umrißradierungen).

bis 1808: Gottlieb Schick führt in Rom das seit 1799 vorbereitete Gemälde "Apollo unter den Hirten" aus (Staatsgalerie Stuttgart).

bis Sept. 1819: Die Bildhauerbrüder Franz und Konrad Eberhard (geb. 1767 und 1768) in Rom (zweiter Aufenthalt Juli 1821 bis April 1826).

(Mai) bis Frühjahr 1810: Friedrich Overbeck aus Lübeck (1789-1869) besucht die Wiener Akademie. Hier Freundschaft mit Franz Pforr (seit Nov. 1807).

(Okt.) bis Okt. 1824: J. A. Dominique Ingres in Rom (bis 1810 als Stipendiat der französischen Akademie in Villa Medici). Ab 1820 in Florenz. In dieser italienischen Zeit entstehen seine Hauptwerke.

Der Bildhauer Heinrich Schweickle verläßt Rom und geht nach Neapel, wo er bis 1830 als Professor an der Akademie tätig ist. Er stirbt 1833.

 

1807

(Jahresbeginn) Kronprinz Ludwig von Bayern faßt den Gedanken eines Ehrentempels der berühmten Deutschen. Der Schweizer Historiker Johannes von Müller berät ihn bei der Auswahl. Bei Schadow, Rauch und Tieck in Berlin werden die ersten Büsten bestellt. In der Folgezeit arbeiten auch romdeutsche Bildhauer an Büsten für die Walhalla bei Regensburg, die erst 1830-42 errichtet wird.

(28. April) Jakob Philipp Hackert stirbt in San Piero di Carreggio bei Florenz.

(Sommer) Auf der Wiener Kunstakademie schließt Friedrich Overbeck mit Franz Pforr (1788-1812) Freundschaft. Sie rücken vom akademischen Lehrsystem des Mengs-Schülers Heinrich Füger ab und bekennen sich zum Vorbild der altitalienischen und altdeutschen Kunst.

(5. Nov.) Angelica Kauffmann stirbt in Rom. An der Vorbereitung der glänzenden Leichenfeier beteiligt sich u. a. Canova.

 

1808

Philipp Joseph Rehfues läßt "Gemählde von Neapel und seinen Umgebungen" (3 Bände) erscheinen.

Joh. Nepomuk Strixner veröffentlicht in München lithographische Facsimiles von Dürers Randzeichnungen zum Gebetbuch Kaiser Maximilians.

bis 1910: Erster Romaufenthalt des Malers Joseph Grassi (1757-1838); 1810 Aufnahme in die Accad. di San Luca.

bis Febr. 1809: Overbeck malt das Selbstbildnis mit der Bibel (Lübeck, Behnhaus).

(3. März) Der Bildnismaler Anton von Maron (Mengs-Schüler) stirbt in Rom, wo er seit 53 Jahren lebte.

(10. Juli) Erste wöchentliche Zusammenkunft eines Freundschaftsbundes, aus dem später der Lukasbund hervorgeht. Alle Mitglieder (Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Joseph Sutter, Ludwig Vogel, Joh. Konrad Hottinger und Joseph Wintergerst) sind Schüler der Wiener Akademie.

(14. 10.) Wilhelm von Humboldt verläßt Rom. Seine Frau Caroline bleibt bis Sept. 1810. Sie hält sich von Juni 1817 bis Mai 1819 erneut in Rom auf.

(Nov.) Schick stellt im Palazzo Rondanini acht Gemälde aus, darunter "Apollo unter den Hirten", und erregt großes Aufsehen.

(Nov.) bis Juni 1832: Der Kupferstecher Ferdinand Ruscheweyh aus Neustrelitz (1785-1846) in Rom. Tätig vor allem als Reproduktionsstecher. (4. Dez.) Der Kunstschriftsteller Karl Ludwig Fernow stirbt in Weimar.

 

1809

(11. Febr.) Der dänische Archäologe Georg Zoega stirbt nach dreiunddreißigjährigem Aufenthalt in Rom.

bis 1811: Der Maler Ludwig Döll aus Gotha (1789-1863) in Rom (zweiter Aufenthalt 1817-21). Mitarbeiter von Joseph Grassi.

(10. Juli) Nach einem Jahr wöchentlicher Zusammenkünfte gründen Friedrich Overbeck und seine fünf Freunde (Hottinger, Pforr, Sutter, L. Vogel, Wintergerst) in Wien den Lukasbund. Später aufgenommene Mitglieder: Giovanni Colombo (1810), Peter Cornelius (1812), Wilhelm Schadow (1813), Zacharias Werner (als einziger Nichtmaler, 1813), Scheffer von Leonhardshoff (1815), Johann und Philipp Veit (1816), Ferdinand Olivier, Friedrich Olivier, Julius Schnorr von Carolsfeld. Die Brüder wählen den hl. Lukas zum Patron und sehen als Hauptziel ihrer Arbeit die "Wahrheit" an. Beschluß, sich von der Akademie zu trennen. Regelmäßige Kunstgespräche. Gemeinsame Kompositionsaufgaben. Starker Einfluß des an Carstens geschulten Eberhard Wächter.

(Juli) Papst Pius VII. wird aus Rom entführt. Bleibt bis Jan. 1814 in der Verbannung.

bis Sommer 1810: Franz Pforr: "Einzug des Kaisers Rudolf von Habsburg in Basel im Jahre 1273" (in Wien begonnen, in Rom vollendet; das Bild heute in Frankfurt/Main).

(Dez.) bis Juli 1813: Der Dichter Zacharias Werner (1768-1823) hält sich in Rom auf.

 

1810

bis 1823- Der Maler Joseph Rebell (1787-1828) in Rom. Wird 1819 Mitglied der Accademia di San Luca.

Die Brüder Riepenhausen veröffentlichen bei Cotta zwei Lieferungen eines geplanten Tafelwerkes "Geschichte der Mahlerei in Italien": Cimabue und Giotto. (Febr.) J. M. Wagner läßt sich endgültig in Rom nieder. Bis zur Jahrhundertmitte besorgt er die römischen Antikenkäufe und Kunstaufträge Kronprinz Ludwigs von Bayern (später König Ludwig I.). Dagegen tritt das eigene Kunstschaffen zurück.

(März/April) Christian Rauch in Neapel mit Frau von Humboldt.

(15. Mai) Von Wien aus reisen die Lukasbrüder Overbeck, Pforr, Hottinger und Vogel, begleitet von ihrem Freund, dem Kupferstecher und Bibliothekar Karl Egger, nach Rom.

(2 0. Juni) Die Lukasbrüder (außer Wintergerst und Sutter) kommen in Rom an. Wohnen zunächst in der Villa Malta.

(Juni) Von Rom aus reisen die Altertumsforscher Karl Haller von Hallerstein, Linkh und Otto Magnus von Stackelberg mit den Dänen Koes und Bröndsted nach Griechenland.

(Sept.) Caroline von Humboldt verläßt Rom.

(Okt.) Christian Rauch mit Thorwaldsen in Florenz und Siena.

(Okt.) Reinhard und Gmelin entdecken die Grotten von Cervaro östlich von Rom. (Ende Sept.) Die Lukasbrüder beziehen das verlassene Kloster San Isidoro als Wohnsitz. Mit ihnen sympathisieren Thorwaldsen, Koch, Catel, Rehbenitz u. a. (Okt.) J. A. Koch vollendet "Malerische Ansichten aus Rom und Umgebung" (20 Radierungen).

(Herbst) Der Dichter Zacharias Werner konvertiert in Rom zur katholischen Kirche. Dieser Übertritt leitet eine Reihe von Konversionen deutscher Künstler ein.

(Jahresende) Wilhelm Tischbein beginnt die Niederschrift seiner Lebenserinnerungen.

 
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