| 1811 Goethe und Heinrich Meyer veröffentlichen Philipp Hackerts Biographie. J. A. Koch malt den "Schmadribachfall" (Leipzig). Pforr beginnt seine 1810 in Wien entworfene Zeichnungenfolge zu Goethes "Götz" auszuführen. Das Werk bleibt unvollendet. Im Refektorium von San Isidoro veranstalten die Lukasbrüder Modellsitzungen, an denen später auch Cornelius, Xeller, W. Schadow, F. Catel und J. Veit u. a. teilnehmen. Ferdinand und Friedrich Olivier aus Dessau kommen nach Wien. Verbindung mit Koch und den Romantikern. (Jan.) Die Brüder Rudolf und Wilhelm Schadow aus Berlin (geb. 1786, 1789) kommen nach Rom. Sie schwören einander, "lieber tot in Rom zu bleiben als ruhmlos in ihre Vaterstadt zurückzukehren". Wilhelm bleibt bis 1819, Rudolf stirbt in Rom 1822. Beide schließen sich eng an Thorwaldsen an. (Febr.) Christian Rauch verläßt Rom, um in Berlin die Arbeit am Sarkophag der Königin Luise aufzunehmen. Er bleibt dort bis zum Jahresende. (April) bis Febr. 1813: Der Lukasbündler Joseph Wintergerst (1783-1867) in Rom. Mit ihm kommt Johannes Veit aus Berlin (geb. 1790) und läßt sich für immer in Rom nieder; hier stirbt er 1854. (Juni) Die Entdeckung der 17 Bibelfiguren vom Aphaiatempel in Ägina wird bekannt. Die Figuren werden Ende 1812 von Kronprinz Ludwig von Bayern erworben und durch Thorwaldsen ergänzt. (Sept.) Gottlieb Schick reist krank zurück nach Stuttgart, wo er einige Monate später stirbt. (Sept.) Konrad Hottinger trennt sich vom Lukasbund, weil er sich den strengen Forderungen nicht gewachsen fühlt. (24. Sept.) Pforr überreicht Overbeck das von ihm verfaßte "Buch Sulamith und Maria"; eine fromme Legende, die auf die Freundschaft der beiden Lukasbrüder Bezug nimmt und ihnen ideale Bräute zuführt. Beide entwerfen Kompositionen dazu. Franz Pforr malt "Sulamith und Maria", seine letzte Arbeit. Friedrich Overbeck malt "ltalia und Germania" (l. Fassung). (Okt.) Pforr und Vogel in Neapel und Umgebung. (Okt.) Peter Cornelius aus Düsseldorf (1783-1867) begibt sich mit seinem Freund Christian Xeller nach Rom, wo er bis Sept. 1819 bleibt. Befreundet sich mit den Lukasbrüdern und wird, neben Overbeck, ihr stärkster Vertreter. Umgang mit Thorwaldsen, J. A. Koch, dem Philosophen Schlosser. (Jahresende) Der Maler Franz Ludwig Catel aus Berlin läßt sich in Rom nieder; er bleibt hier bis zu seinem Tode (1856).
1812 Thorwaldsen modelliert in nur drei Monaten den 35 m langen Fries "Triumph Alexanders" für den Quirinalspalast. Man nennt ihn "Patriarch des Basreliefs". (Jan./Febr-.) Christian Rauch reist mit Rudolf Schadow über Wien, München, Florenz und Carrara zurück nach Rom. (Jahresanfang) Overbeck läßt sein Haar "alla Nazarena" lang wachsen und trägt es in der Mitte gescheitelt. Diese Haartracht - an Christus und an Raffael erinnernd - wird von mehreren Lukasbrüdern nachgeahmt und trägt diesen den Namen "Nazarener" ein. bis Sommer 1816: Der Porträtist Rudolph Suhrlandt (seit 1808 in Rom) arbeitet in Neapel für den König Joachim Murat, später für König Ferdinand. Danach kehrt er nach Ludwigslust zurück (29. Febr.) Cornelius wird in den Lukasbund aufgenommen. (Juni) bis Okt. 1815: J. A. Koch, dem es in Rom an Aufträgen mangelt, verbringt drei Jahre in Wien. Hier Verbindung zum Schlegel-Kreis und zu den jungen Malern um Ferdinand Olivier. (16. 6.) Franz Pforr stirbt in Albano an der Schwindsucht. (Sommer) Bei dem Abbate Pietro Ostini versammeln sich periodisch Wintergerst, Xeller, Johann Veit, die Brüder Schadow und hören religiöse Vorträge. Im Herbst schließt Overbeck sich ihnen an. Christian Xeller wird katholisch und gibt den Auftakt zu einer Reihe von Konversionen deutscher Künstler. (Juli/August) Der Kunstsammler Joh. Gottlob Quandt aus Leipzig (1787-1859) zum erstenmal in Rom. (Aug.) bis Dez. 1814: Christian Rauch überträgt in Carrara das Modell des Sarkophages der Königin Luise in Marmor (vollendet Juli 1814) und meißelt Büsten für die Walhalla in Regensburg. (Sept.) Nach Pforrs Tod verlassen die Lukasbrüder das Kloster S. Isidoro und ziehen in Johannes Veits Wohnung im Palazzo Guarnieri. (Weihnachten) Ludwig Vogel kehrt von Rom nach Zürich zurück. Er hält sich zuvor ein halbes Jahr an verschiedenen Orten Mittelitaliens auf.
1813 Ingres malt in Rom "Raffael und die Fornarina" (l. Fassung, ehem. in Riga) und vollendet "Ossians Traum" (Montauban, Museum). bis 1818: Leopoldo Cicognara (1767-1834) läßt seine "Storia della scultura dal suo risorgimento in Italia fine al secolo di Napoleone" erscheinen: erste Geschichte der nachmittelalterlichen Plastik. Cornelius malt in Orvieto "Die klugen und die törichten Jungfrauen" (Düsseldorf, Kunstmusem). Das Bild bleibt unvollendet. (Febr.) Wintergerst und Xeller reisen von Rom ab. (Frühjahr) bis 1832: Der Maler Johann Carl Eggers aus Neustrelitz (1787-1863) in Rom. Er bemüht sich um die Wiederbelebung der alten Freskomalerei. Freundschaft mit Overbeck, Ruscheweyh u. a. (Frühjahr) bis Okt. 1820: Der Dresdner Maler Carl Christian Vogel von Vogelstein (1788-1868) in Rom. Porträtiert zahlreiche Zeitgenossen (mehrere hundert Bildniszeichnungen im Dresdner Kupferstich-Kabinett). (März) Gründung der Ponte-Molle-Gesellschaft und erstes größeres Künstlerfest in den Grotten von Cervaro. (13. April) Overbeck konvertiert zum Katholizismus. (Mai) Wilhelm Schadow wird in den Lukasbund aufgenommen. (Mai) Overbeck beklagt sich brieflich über nachlassenden Zusammenhalt der Lukasbrüder. Johann David Passavant (1787-1861) aus Frankfurt (Main) zum erstenmal in Italien. Wird durch den Baron Rumohr in die altflorentinische Malerei eingef ührt. Franz Ludwig Catel in Neapel und Pompei. Von nun an häufige Aufenthalte in Süditalien. Malt hier beliebte Veduten. (Herbst) Overbeck wendet sich dem Kupferstich in Dürerischer Manier zu.
1814 (Jan.) Rückkehr des Papstes nach Rom, Die französischen Gesetze werden abgeschafft, die alten Institutionen wiederhergestellt. Ingres malt in Rom die "Große Odaliske" (Louvre). Wilhelm Schadow tritt zur katholischen Kirche über. Der Bildhauer Konrad Eberhard nimmt an den Zusammenkünften der Lukasbrüder teil und wendet sich der religiösen Malerei zu. (13. Febr.) Christian Rauch wird in die Accademia die San Luca aufgenommen. (21. April) Die Romdeutschen feiern in der Villa Borghese die Einnahme von Paris. Cornelius, Overbeck und Reinhart gestalten das Fest. Beginn einer "vaterländischen" Stimmung. (Frühjahr) Overbeck stellt "ums tägliche Brod" Nachzeichnungen von Thorwaldsens Reliefs her, die im Kupferstich vervielfältigt werden. (31. August) Denkschrift von 26 deutsch-römischen Künstlern (verfaßt von Ernst Platner) an Metternich, Hardenberg und Ludwig von Bayern: Alle deutschen Fürsten werden aufgefordert, die Künste durch Aufträge zu unterstützen. Spezielle akademieähnliche Einrichtungen in Rom werden vorgeschlagen. Die Denkschrift hat keine unmittelbaren Folgen. (3. Nov.) Cornelius entwickelt in einem Brief an Joseph Görres sein Programm zur Neuerweckung der deutschen Kunst: Kampf gegen die Akademien, Wiederbelebung der historischen Freskomalerei. (Jahresende) bis Dez. 1815: Der Maler Joh. Ev. Scheffer von Leonhardshoff aus Wien (1795-1822) in Rom. Enge Anlehnung an Overbeck. Zweiter Aufenthalt Mai 1820 bis Sommer 1821. (Dez.) Christian Rauch kehrt für anderthalb Jahre nach Berlin zurück.
1815 bis 1818: Der Kasseler Maler Ludw. Sigismund Ruhl in Rom. (Jan.) Goethes Italien-Zeichnungen sollen durch Jakob Wilh. Roux in Jena radiert und bei Cotta herausgegeben werden. Das Vorhaben wird jedoch nicht ausgeführt. (April) Der preußische Generalkonsul Ludwig Jakob Salomon Bartholdy (1779 bis 1825) bezieht den Palazzo Zuccari in Rom. (Mai) Gründung der Künstlerhilfskasse zu Rom. (20. Mai) Erste Dürer-Geburtstagsfeier der Lukasbrüder bei Cornelius. Sie beschließen, den Tag alljährlich zu ehren. Die Dürerfeste finden bis 1828 statt. Der Frankfurter Kaufmann Joh. Friedr. Städel (1728-1816) stiftet seiner Vaterstadt das Städelsche Kunstinstitut. Overbeck und sein Kreis hoffen auf eine Pflegestätte religiös-vaterländischer Kunst. Wilh. Schadow: Selbstbildnis mit Thorwaldsen und Rudolf Schadow (Berlin, National-Galerie). (Nov.) bis Aug. 1830: Der Maler Philipp Veit aus Berlin hält sich in Rom auf. Wird am 9. Dez. 1816 Mitglied des Lukasbundes. (Dez.) J, A. Koch kehrt, nach dreijährigem Aufenthalt in Wien, nach Rom zurück.
1816 Die Faust-Zeichnungen von Peter Cornelius (1810 in Frankfurt begonnen, in Rom fortgeführt und 1815 vollendet) erscheinen in Nachstichen von Ruscheweyh. bis 1819: J. A. Koch malt den "Tiroler Landsturm im Jahre 1809" (l. Fassung). In dem Buch "Darstellungen aus Norddeutschland" von Dr. Friedrich Joh. Lorenz Meyer werden zwei lange programmatische Briefe Friedrich Overbecks aus seiner Akademiezeit abgedruckt. Goethes "Italienische Reise" erscheint. Die nach den Befreiungskriegen nach Rom ziehendcn jungen Künstler führen die "deutsche Tracht ein: schwarzer Samtrock, Spitzenkragen und -manschetten, Barett; einige fügen den Degen hinzu. (Jan.) Die von Napoleon nach Paris verbrachten Kunstwerke Italiens kehren zurück. Der Maler Karl Adolf Senff aus Halle (1785-1863) läßt sich in Rom nieder. Bleibt hier bis 1848. bis 1818: Der österreichische Feldmarschall Franz von Koller in Neapel und Rom. Er vergibt Aufträge an deutsche Künstler und sammelt antike Vasen und Kleinkunst. (Die Sammlung gelangt kurz nach seinem Tode in die Berliner Museen.) bis 1817: Thorwaldsen restauriert und ergänzt im Auftrag des Kronprinzen Ludwig von Bayern die Giebelgruppen des Aphaiatempels in Ägina. (Frühjahr) Konsul Bartholdy beauftragt Cornelius, Schadow, Philipp Veit und Catel (später auch Overbeck), einen Raum im Palazzo Zuccari (Casa Bartholdy) mit Fresken aus der Geschichte Josephs auszumalen. Die 6 Wand- und 2 Lünettenbilder werden von Juli 1816 bis Anfang 1818 ausgeführt. Sie sind der Auftakt zur romantischen Erneuerung der Wandmalerei. (1886/87 abgenommen und in die National-Galerie Berlin überführt.) (Sommer) bis Okt. 1819: Der Maler Karl Joseph Ignazius Mosler (1788-1860) in Rom. Freundschaft mit Cornelius, Barth, Xeller, Rückert, Böhmer, Passavant. Wendet sich der Erforschung altdeutscher und altitalienischer Kunst zu. (Juli) bis Herbst 1828: Der Maler Joseph Sutter (1781-1866, Mitbegründer des Lukasbundes) in Rom. (Juli) bis Juli 1818: Christian Rauch zum drittenmal in Italien. Lebt meist in Carrara. Wird 17. Nov. 1816 Mitglied des Rates der Accademia di San Luca. Der Maler Joh. Anton Ramboux aus Trier (1790-1866) und der Kupferstecher Samuel Amsler (1791-1849) ziehen nach Italien und treffen Ende Oktober in Rom ein. Freundschaft mit dem Stecher Carl Barth, Verkehr bei den Lukasbrüdern. Ramboux bleibt bis Ende Juni 1822 in Italien. Durch Rumohr, Passavant und Böhmer angeregt, studiert und kopiert er Werke der altitalienischen Malerei. Amsler bleibt (mit langer Unterbrechung) bis Sommer 1824 in Rom als Reproduktionsstecher. (Herbst) bis Aug. 1828: Otto Magnus Baron von Stackelberg (1787-1837) zum zweitenmal in Rom. Mit archäologischen -und Mittelalter-Forschungen beschäftigt. (Okt.) bis Mai 1823: Der Historiker Barthold Georg Niebuhr als preußischer Gesandter in Rom. (Brief vom 20. Nov.) Niebuhr will Gelder beiseitelegen, um einige deutsche Künstler "ein Fresco-Gemälde in der Bibliothek machen zu lassen". Er nennt Cornelius, Overbeck und W. Schadow. (Nov.) Der Theologe Carl Christian Bunsen (17 91-1860) kommt nach Rom. Bleibt hier bis 1838, seit 1823 als preußischer Gesandter bei der Kurie. (Nov.) Carl Philipp Fohr (geb. 1795) zieht mit einem Stipendium der Erbprinzessin von Darmstadt nach Rom. Sucht als Landschaftsmaler Anschluß an J. A. Koch und arbeitet in dessen Atelier. Zugleich von Cornelius beeinflußt. Freundschaft mit Ludwig Ruhl (mit dem er sich bald entzweit) und mit Passavant. Er kommt schon am 29. Juni 1818 im Tiber um. (Jahresende) bis Juli 1832: Der Maler Theodor Rehbenitz (1791-1861) in Rom. (Jahresende) bis 1821: Der Maler Joseph Grassi (1757-1838) in Rom als Studiendirektor der sächsischen Stipendiaten. (31. Dez.) Der 18jährige Franz Horny aus Weimar (geb. 1798), ein Zögling des Barons Rumohr, trifft in Rom ein. Er wird durch J. A. Koch in der Landschaftsmalerei ausgebildet. Stirbt 1824 in Olevano.
1817 Von Peter Cornelius erscheint in Nachstichen die Zeichnungenfolge "Die Nibelungen" (beg. 1812). Julius Schnorr von Carolsfeld malt noch in Wien den "Hl. Rochus, Almosen verteilend" (Leipzig). bis 1818: Esaias Philipp von Schneider aus Frankfurt am Main vergibt Bestellungen an deutsche Künstler in Rom (vorwiegend Vertreter der nazarenischen Richtung). (Jan.) bis Mai 1829: Fresken im Casino Massimo in Rom. Unter dem Eindruck der in der Casa Bartholdy begonnenen Fresken beschließt der Marchese Carlo Massimo, drei Gartensäle des Hauses mit Darstellungen aus Ariost, Dante und Tasso auszumalen. Die ersten Aufträge gehen an Cornelius (Dante-Zyklus, unter Mitarbeit von Horny) und Overbeck (Tasso-Zyklus). Cornelius bricht die Arbeit bald ab. Schließlich sind beteiligt: Overbeck, Veit, J. Schnorr, Koch, Führich. (Febr.) Niebuhr kauft den Karton des Cornelius zur "Wiedererkennung Josephs" für den preußischen Staat. (März) August Kestner (geb. 1777) kommt als hannoveranischer Gesandtschaftssekretär nach Rom und bleibt hier bis zu seinem Tode 1853. Er malt und dichtet und ist im romdeutschen Kulturbetrieb vielseitig wirksam. (Frühjahr) bis Anf. 1821: Der Kupferstecher Carl Barth (1787-1853) in Rom. Freundschaft mit Amsler und Ramboux, (Mai) bis Juni 1819: Der Berliner Maler Wilhelm Wach (1787-1845) in Rom. (Mai) Goethe und Heinrich Meyer veröffentlichen in "Über Kunst und Altertum" den Aufsatz "Neudeutsche religiös-patriotische Kunst", eine scharfe Kritik der nazarenischen Romantik. Johann David Passavant lernt in Florenz Rumohr und Stackelberg kennen. Sie lenken ihn zur Kunstpublizistik hin. Philipp Veit und Carl Eggers erhalten (durch Canovas Vermittlung) den Auftrag zu Fresken im vatikanischen Museo Chiaramonti. Veit malt den "Triumph der Religion". (März) Ferdinand von Olivier und Julius Schnorr von Carolsfeld werden, obwohl in Wien lebend, in den Lukasbund aufgenommen, bald darauf auch Friedrich Olivier. Es sind die letzten förmlichen Neuaufnahmen. (Juni) bis Mai 1819: Caroline von Humboldt mit ihren Töchtern in Rom. Wohnt in der Casa Buti (mit Thorwaldsen, W. Schadow u. a.) und sammelt einen Künstlerkreis um sich. (Juli/August) Ferdinand und Friedrich Olivier, Julius Schnorr, Karl Frommel und J. Chr. Rist zeichnen Salzburger Landschaften. Bald darauf wird das Salzkammergut ein bevorzugtes Ziel deutscher Maler vor oder nach dem Italienaufenthalt. (Herbst) bis Okt. 1818: Der Dichter Friedrich Rückert als Korrespondent von Cottas "Morgenblatt" in Rom. Er wird einer der wichtigsten Sprecher der neuen patriotischen Stimmungen. (Okt.) Julius Schnorr von Carolsfeld reist mit dem Dichter Wilhelm Müller nach Italien. Nach Aufenthalt in Florenz (Umgang mit Rumohr) lebt er 1818 bis 1827 in Rom. Anschluß an die Nazarener. Vielseitig als Maler und Zeichner (Figur und Landschaft) tätig. Fresken im Casino Massimo. (Okt.) August Kestner schreibt in Rom "Über die Nachahmung in der Malerei". Die Schrift erscheint anonym 1818. Sie verteidigt gegen Goethe und H. Meyer die Nachahmung der älteren Meister, die eher als die der Hochrenaissance zur "reinen Quelle der Natur" hinführen. (Dez.) bis Juni 1824: Der Maler Johann David Passavant in Rom. Er wird mit seinen Schriften ein Verteidiger der nazarenischen Malerei. (Jahresende) bis Anf. 1818: Der 22jährige Carl Philipp Fohr bereitet eine große Radierung mit dem Gruppenbild der im Café Greco versammelten deutschen Künstler vor (Zeichnungen im Museum zu Heidelberg). (Winter auf 1818) Der Verleger Freiherr von Cotta aus Stuttgart hält sich in Rom auf. Er regt die Abfassung einer "Beschreibung der Stadt Rom" an, die von Ernst Platner, Carl Bunsen u. a. Autoren verfaßt wird (erscheint 1829 ff.). (Winter) Bei Niebuhr wird den Künstlern Goethes "Italienische Reise" vorgelesen.
1818 J. A. Ramboux vollendet das Gemälde "Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies" (Köln Wallraf-Richartz-Museum). Von Friedrich Heinrich von der Hagen erscheinen "Briefe in die Heimat aus Deutschland, Schweiz und Italien". (Jan.) bis Mai 1827: Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) in Rom. (Jan. bis April) Kronprinz Ludwig von Bayern nach einer Reise durch Süditalien zum drittenmal in Rom. Legt die "deutsche Tracht" an und zeigt sich demonstrativ als Protektor der deutschen Künstler, besonders der Nazarener. Besucht auch in späteren Jahren immer wieder Rom. (beg. im Febr.) Fohr malt die "Berglandschaft mit Hirten" (Slg. Ludw. Prinz von Hessen und bei Rhein). (April) Kronprinz Ludwig von Bayern in Neapel. (29. April) Großes Abschiedsfest der romdeutschen Künstler für Kronprinz Ludwig in der Villa Schultheiß. 96 Künstler sind anwesend. (29. Juni) Karl Philipp Fohr ertrinkt 23jährig im Tiber. Den Nachlaß verwaltet sein Freund Passavant. (Juli) J. A. Ramboux wandert mit Wach, Lund, Lengerich und Ruscheweyh durch Umbrien und die Toskana nach Florenz. Er kopiert Trecento-Fresken. (Juli) Christian Rauch kehrt von Rom aus über Venedig endgültig nach Berlin zurück. (Sommer) bis 1827: J. Schnorr von Carolsfeld malt das Ariost-Zimmer im Casino Massimo aus. (Okt.) bis Juni 1823: Die Malerin Luise Seidler aus Weimar (1786-1866) in Rom. Ihre "Erinnerungen" berichten anschaulich über die römischen Kunstzustände. (18. Okt.) Overbeck heiratet. Der Zusammenhalt der Lukasbrüder wird lockerer, der Bund löst sich allmählich in der breiten nazarenischen Bewegung auf. (Nov.) bis Sept. 1819: Der Historiker und Kunsthistoriker Joh. Friedr. Böhmer aus Frankfurt (1795-1863) in Rom. Freundschaft mit Passavant, Mosler, Platner, Kestner. Betreibt u. a. Forschungen zur altdeutschen Kunst im Sinne der Nazarener. (Nov.) Friedrich Olivier begibt sich von Wien aus nach Rom, wo er Anf. Dez. eintrifft. Er wohnt im Hause Pulini mit Schnorr. Bleibt in Rom, vorwiegend mit Landschaftszeichnen beschäftigt, bis Okt. 1822. Wird Mitglied des Lukasbundes.
1819 .Julius Schnorr von Carolsfeld malt für einen schottischen Auftraggcber die "Hochzeit zu Kana" (Kunsthalle Hamburg). (März) bis Sommer 182.3: Der Wiener Maler Thomas Ender (geb. 1793) in Rom. (3. April) Die Ausstellung der deutschen Künstler im Palazzo Caffarelli auf dem Kapitol (anläßlich des Besuchs des Kaisers Franz I. von Österreich und Metternichs) wird von diesen entschieden abgelehnt. Die Ausstellung zeigt u. a. Kartons von Overbeck, Schadow und Veit zu Fresken der Casa Bartholdy. (April) Der Bildhauer Ferdinand Pettrich aus Dresden (1798-1872) trifft im Gefolge des Prinzen Anton von Sachsen in Rom ein. Arbeitet bis 1829 bei Thorvaldsen, danach bei J. M. Wagner. 1835 siedelt er nach Washington über. (Juni) Wilhelm Schadow wird an die Berliner Akademie berufen und verläßt Rom. (217. Juni) Gründung der deutschen evangelischen Gemeinde in Rom zur Abwehr der Tendenzen zur Konversion. An ihrer Spitze stehen der preußische Gesandte Niebuhr und sein Sekretär Bunsen. (Juli) bis Dez. 1820: Thorwaldsen hält sich in Kopenhagen auf. Rückreise nach Rom über Deutschland. (Sommer) bis 1820: Die Bildhauerbrüder Karl Friedrich und Ludwig Wichmann aus Berlin (1775-1836, 1788-1859) in Rom, Der Bildhauer Friedrich Tieck kehrt von Rom/Carrara nach Berlin zurück, um mit Rauch die staatliche Bildhauerwerkstatt einzurichten. (Aug.) bis Jan. 182G: Der Maler William Turner (1775-1851) in Italien: u. a. in Venedig, Rom,. Neapel, Florenz, Turin. (Sept.) Cornelius verläßt Rom, um in München Fresken in der Glyptothek auszuführen. Gleichzeitig ist er Direktor der Düsseldorfer Akademie (er übt sein Amt jedoch nur 1821-1825 aus). (Okt.) bis Juni 1820: Zweiter Romaufenthalt des Kunstsammlers Johann Gottlob Quandt aus Leipzig. Freundschaft mit Julius Schnorr. (Nov.) Julius Schnorr, Friedrich Olivier und Rehbenitz ziehen in den Palazzo Caffarelli auf dem Kapitol, den Sitz der preußischen Gesandtschaft. Horny wohnt des öfteren bei ihnen. Sie bilden den Kern der Gruppe "Kapitoliner" (so genannt im Gegensatz zu den katholischen "Trinitasten"). (Nov.) Von Wien aus reisen die Landschaftsmaler und Radierer Heinrich Reinhold (1788-1825) und Joh. Christoph Erhard (1795-1822) nach Italien und werden in Rom ansässig. Reinhold malt viele Ansichten von Olevano. Beide eng befreundet mit J. A. Klein. (Ende) bis Sommer 1820 (und nochmals im Winter 1824/25): Baron Christian Leberecht Ampach in Italien. Er vergibt zahlreiche Aufträge an romdeutsche Maler. Für seine Hauskapelle in Naumburg bestellt er neun Gemälde, die von neun Malern unter Leitung von J. Schnorr von Carolsfeld ausgeführt werden (1820-1825). Friedrich Schlegels Aufsatz "Über die deutsche Kunstausstellung in Rom und über den gegenwärtigen Stand der deutschen Kunst in Rom" erscheint im Wiener Jahrbuch der Literatur.
1820 bis 1822: Friedrich Overbeck: Selbstbildnis mit Familie (Lübeck, Behnhaus). Schnorr von Carolsfeld: Bildnis Bianca v. Quandt (Berlin). Von Johann David Passavant erscheint "Ansichten über die bildenden Künste und Darstellung des Ganges derselben in Toskana. Zur Bestimmung des Gesichtspunktes, aus welchem die neudeutsche Malerschule zu betrachten ist". Giotto wird als erster Höhepunkt der florentinischen Malerei gefeiert. An eine kritische Besprechung der Schrift durch Rumohr im "Kunstblatt" schließt sich eine Fehde mit dem Gelehrten an. Von Wilhelm Müller erscheint "Rom, Römer und Römerinnen". Friedrich Rehberg verläßt Rom, wo er seit 1777 (mit längeren Unterbrechungen) lebte, und übersiedelt nach München. Dort stirbt er 1835. bis 1827: Als ein Niederschlag von Alois Hirts italienischen Studien erscheint seine "Geschichte der Baukunst bei den Alten" (3 Bände). (Jan.) Das ".Kunst-Blatt", redigiert von Ludwig Schorn in München, beginnt bei Cotta in Stuttgart und Tübingen zu erscheinen. Es geht aus einer unregelmäßig erscheinenden Beilage des "Morgenblatts" hervor. Die zweimal wöchentlich herausgegebenen Vierseiten-Hefte sind bis zur Jahrhundertmitte die wichtigsten Vermittler von Kunstinformationen. (Juni) bis Juni 1821: Der in Dresden lebende norwegische Maler Johan Christian Clausen Dahl (1788-1857) in Italien. Von Aug. 1820 bis Jan. 1821 in Neapel, wo seine an C. D. Friedrich geschulte Malerei Franz Catel beeinflußt. (Aug.) August Kestner entdeckt in Albano die dreizehnjährige Winzertochter Vittoria Caldoni, die in der Folgezeit als Muster italienischer Schönheit von vielen deutschen Künstlern gemalt und gezeichnet wird. (22. Sept.) Der Stecher F. W. Gmelin stirbt in Rom nach 33jährigem Italienaufenthalt. (Ende) Friedrich Schlegel veröffentlicht
in den Wiener Jahrbüchern der Literatur den Aufsatz "Über die deutsche
Kunstausstellung im Frühjahr 1819, und über den gegenwärtigen Stand der deutschen Kunst
in Rom": eine Verteidigung der nazarenischen Richtung. |
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