| 1821 (5. Febr.) Gründung der "Bibliothek der Deutschen" in Rom im Palazzo Caffarelli. Verwalter: Bunsen, später Platner, ab 1829 Kestner. Die Bibliothek mildert die Auswirkungen der päpstlichen Einfuhrbeschränkungen für ausländische Schriften. Ruscheweyh vollendet einen großen Stich nach Ramboux' Nachzeichnung des Abendmahlfreskos von Taddeo Gaddi in S. Croce zu Florenz. In "Kunst und Alterthum" 1824 bespricht Goethe den 'Stich und warnt vor der Nachahmung der vorklassischen Malerei. (Frühjahr) Cennino Cenninis "Trattato della pittura" (um 1400 verfaßt, eine Hauptquelle zur altitalienischen Malte-,hnik) erscheint im Druck. (April) Gründung eines deutschen Künstlervereins in Rom zur Herausgabe einer volkstümlichen Bilderbibel mit Beiträgen vieler Künstler. In Monatsversammlungen werden die Entwürfe besprochen. Nach einem Jahr löst sich der Verein auf. (Juni) August Siegert stellt in Breslau ein großes Rundgemälde (Panorama) des Ätna aus. Das Werk wird danach auch in anderen Städten Deutschlands gezeigt. Friedrich Gverbeck malt das Bildnis der Vittoria Caldoni in ganzer Figur (München, Neue Pinakothek). (Aug./Sept.) Der Dresdner Arzt und Maler Carl Gustav Carus (1789-1P69) besucht Oberitalien (bis Genua). (Okt.) Der Maler Joscph Anton Dräger läßt sich in Rom nieder, wo er am 26. 7. 1833 stirbt. (Nov.) Die Maler Heinrich Maria von Heß (1798-1863) und August Remy (1800 bis 1872) treffen in Rom ein. Beide bleiben bis Okt. 1826. (Herbst) bis Sommer 1825: Der Wiener Maler Johann Ender (geb. 1793, Zwillingsbruder des Thomas E.) in Rom. Wird 1825 Mitglied der Accademia di San Luca. (Ende) bis Anf. 1825: Der Buchhändler Gustav Friedrich Parthey in Rom.
1822 J. A. Ramboux malt das Doppelbildnis der Brüder Eberhard. Im selben Jahr verläßt er Rom (zusammen mit Konrad Eberhard) und reist nach Trier zurück. Die Architekten Joh. Michael Knapp und Joh. Gottfried Gutensohn geben "Monumenti della religione eristiana" heraus: 50 Tafeln mit Ansichten altchristlicher Basiliken. (31.1.) Rudolf Schadow in Rom gestorben. (Febr.) bis Okt. 1824: Der Maler Karl Begas (1794-1854) hält sich - nach mehrjährigem Studium in Paris - in Rom auf. Wohnt in der Casa Buti. Danach läßt er sich in Berlin nieder. (Anfang) bis Okt. 1824: Der Maler Karl Begas d. Ä. aus Berlin in Rom. Wohnt in der Casa Buti. (Anfang) bis 1825: Der Berliner Maler Paul Mila in Rom (Casa Buti). J. M. Wagner entwirft in Rom einen großen historischen Fries über die Geschichte der Germanen für die Regensburger Walhalla. Die Arbeit wird erst 1837 vollendet. (Sommer) bis April 1832: Der Zeichner und Maler Bonaventura Genelli aus Berlin trifft in Rom ein. Als Nachfolger Carstens' wendet er sich entschieden gegen den Nazarenerstil. Freundschaft mit J. A. Koch. (Okt.) bis Juli 1825: Der Maler Ernst Ferdinand Oehme aus Dresden (1797 bis 1855) in Rom. (13. Okt.) Antonio Canova stirbt 65jährig in Venedig. (Okt.) bis Juli 1825: Der Dresdner Maler Ernst Ferdinand Oehme (1797-1855) hält sich in Rom auf. Freundschaft mit Ludwig Richter. (Okt.) Friedrich Olivier kehrt von Rom nach Wien zurück. Die mitgebrachten Studien beeinflussen seinen daheimgebliebenen Bruder Ferdinand, der nun auch italienische Landschaften malt. (Nov.) Der Bildhauer Emil Wolff (geb. 1802 in Berlin) wird in Rom ansässig und bleibt hier bis zu seinem Tode (1879). (Nov./Dez.) Friedrich Wilhelm III. von Preußen in Rom und Neapel. (Nov.) Ausstellung der romdeutschen Künstler in der Casa Bartholdy anläßlich des Besuches des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. in Rom. Daraufhin mehrere Ankäufe und Bestellungen durch den König. (Nov.) Der Berliner Bildhauer Emil Wolff (1802-1879), ein Neffe G. Schadows, kommt als Akademie-Stipendiat nach Rom. Anschluß an Thorwaldsen. Vollendet Rudolf Schadows unfertig hinterlassene Arbeiten. Bleibt bis zu seinem Tode in Rom und wird zweimal Principe der Accademia di San Luca. Der Verleger Joh. Friedr. Cotta, durch Friedrich Schlegel unterstützt, plant eine Gesellschaft zur Förderung der jungen deutschen Künstler, die vor allem den Romdeutschen zugedacht ist. (Der Verein kommt nicht zustande.)
1823 (Jan.) Der Bildhauer Joh. Nep. Schaller verläßt Rom nach lljährigem Aufenthalt, um einer Berufung an die Wiener Akademie zu folgen. (Jan.) Ferdinand Olivier läßt seine Lithographien "Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tage der Woche . . . (1818 bis 1822 entstanden) erscheinen. Sie beeindrucken auch die romdeutschen Künstler stark. (Frühjahr) Philipp Dieffenbach läßt, fünf Jahre nach dem Tod seines Freundes, "Das Leben des Malers Karl Fohr" erscheinen. Begas, Heß, Overbeck und Schnorr richten einen Komponierverein für kirchliche Kunst ein. (Sept.) bis April 1826: Adrian Ludwig Richter aus Dresden (1803-1884) in Rom. (Sept.) bis Sommer 1827: Der Heidelberger Maler Ernst Fries (1801-1833) hält sich in Italien auf. Freundschaft mit Ludwig Richter, Ferd. Flor, C. Wagner u. a. Von Rom aus zahlreiche Reisen durch die Campagna u. a. (Nov.) Auf Anregung des Konsuls Bartholdy stellen 38 preußische und bayrische Künstler in Rom ein Zeichnungsalbum zusammen, das dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen zur Hochzeit überreicht wird. Die Zeichnungen heute in Potsdam-Sanssouci.
1824 bis Ende 1828: Der Landschaftsmaler Joh. Heinrich Schilbach (1798-1851) hält sich in Italien (vorwiegend in Rom) auf. (Jan.) bis 1828: Jährliche Frühjahrsausstellungen der romdeutschen Künstler in einem Atelier in der Via Margutta. Die Grotten von Cervaro werden alljährlich im Frühling zum Schauplatz eines Künstlerfestes, dessen karnevalistisches Zeremoniell immer umfangreicher wird. (20. Juni) Johann David Passavant verläßt Rom. (Sommer) Erster Romaufenthalt des Kunsthistorikers Gustav Friedrich Waagen (1794-1868). Einfriedung eines neuen evangelischen Friedhofs an der Cestius-Pyramide, neben der alten Begräbnisstätte. Overbeck vollendet das vor 1810 begonnene Gemälde "Einzug Christi in Jerusalem". 1825 wird es, mit Unterstützung Rumohrs, für die Marienkirche in Lübeck erworben (1942 verbrannt). (23. 6.) Franz Horny in Olevano gestorben. bis Herbst 1829: Der Maler und Dichter August Kopisch (1799-1853) in Rom und Neapel. (Sommer) Karl Friedrich Schinkel erneut in Italien (mit Gustav Friedrich Waagen). bis 1828: J. A. Koch malt die Dante-Fresken im Casino Massimo.
1825 bis 1829: Joh. Chr. Reinhart malt acht große Landschaften für ein Zimmer im Palazzo Massimo zu Rom (ehem. Berlin, National-Galerie, Kriegsverlust). (Jan.) 1. permanente Ausstellung deutscher Künstler in Rom. bis März 1830: Der Maler Adolf Zimmermann (1799 - nach 1845) in Rom. (11. Juli) Christoph Heinrich Kniep stirbt in Neapel, wo er seit 44 Jahren lebte. (Herbst) bis 1833: Erster Romaufenthalt des Mannheimer Malers Leopold Weller (1802-1880). (14. Okt.) Kronprinz Ludwig (1.) wird König von Bayern. Systematisch werden von nun an romdeutsche Künstler für die großen Kunstaufträge in München herangezogen. (16. Dez.) Thorwaldsen wird Princeps der Accademia di San Luca (bis 1828). (Dez.) bis Spätherbst 1828: Der Maler Camille Corot in Rom. Malt vor allem Stadtbilder und Campagna-Ansichten. Beteiligt sich an Komponierabenden des Reinhart-Koch-Rohden-Kreises.
1826 Overbeck hat einen "Komponierverein" eingerichtet: Monatlich einmal stellen sich die 8-10 Teilnehmer eine biblische Aufgabe und besprechen gemeinsam die Ergebnisse. Ferdinand Neigebauer veröffentlicht in Leipzig ein "Handbuch für Reisende in Italien", das in 13 Jahren viermal aufgelegt wird. bis 1828: Friedrich Preller d. Ä. aus Eisenach bildet sich in Mailand aus. (April) In der "Allgemeinen Zeitung" erscheinen "Betrachtungen über die jetzt in Deutschland herrschende Kunstschreiberei, von Künstlern in Rom eingesandt". Zu den acht Autoren gehören J. A. Koch, Reinhart, die Brüder Riepenhausen. (Aug.) Die Maler August Kopisch und Ernst Fries entdecken die Blaue Grotte bei Capri; diese wird als Ausflugsziel sehr beliebt. (Herbst) bis April 1827: Der Münchner Bildhauer Ludwig Schwanthaler (1802 bis 1848) zum erstenmal in Rom als Mitarbeiter Thorwaldsens. (Okt.) bis März 1827: Der Landschaftsmaler Karl Rottmann (1797-1850) in Rom. (Zweiter Aufenthalt 1829/30). (Nov.) Wilhelm Schadow (seit 1819 wieder in Berlin) wird Direktor der Düsseldorfer Akademie (bis 1859).
1827 (Jan.) Joseph von Führich (1800-1876) trifft von Prag aus als Stipendiat in Rom ein. Anschluß an Overbeck. Ab Juli Mitarbeit an den Fresken des Casino Massimo (Tasso-Zimmer). Bleibt bis Okt. 1829 in Italien. bis 1831: Rumohr läßt die dreibändige Aufsatzsammlung "Italienische Forschungen" erscheinen. Ludwig I. von Bayern erwirbt die Villa Malta in Rom. (Mai) Julius Schnorr von Carolsfeld, der seine Ariost-Fresken im Casino Massimo vollendet hat, folgt der 1825 ausgesprochenen Berufung nach München, um die Nibelungen-Fresken in der Neuen Residenz zu malen. (21. Mai) Die Dürer-Geburtstagsfeier in Rom wird mit dem Abschiedsfest für Schnorr verbunden. Ein Transparentbild zeigt Dürer und Schnorr miteinander vereint. bis Sommer 1834 (mit Unterbrechung): Der Berliner Arzt und Maler Eduard Magnus (1799-1871) in Rom. (April) Eröffnung eines von der päpstlichen Regierung eingerichteten Ausstellungsgebäudes an der Piazza del Popolo, (Okt.) bis 31. 11. 1831: Erster Romaufenthalt des Berliner Malers Wilhelm Ahlborn. (Okt.) bis Mai 1833: Der Berliner Maler August Hopfgarten (1807-1896) hält sich in Rom auf .
1828 Nach langem Rechtsstreit wird das 1815 gestiftete Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main als Kunstschule und Galerie arbeitsfähig. Der zuerst als Direktor vorgesehene Overbeck empfiehlt für diesen Posten Philipp Veit. In der Folge werden neben den alten Meistern auch Zeitgenossen, vorzugsweise Nazarener, angekauft. (Jan.) Franz Nadorp aus Westfalen (geb. 1794) läßt sich in Rom nieder. Er stirbt dort 1876. (April) Der Maler August Riedel (geb. 1802) nimmt seinen Wohnsitz in Rom, wo er 1883 stirbt. (April bis Juli) Carl Gustav Carus mit Prinz Friedrich August von Sachsen zum zweitenmal in Italien (über Florenz und Rom bis Neapel). (Mai) Ausstellung der sächsischen Künstler in Rom anläßlich des Besuches Augusts von Sachsen. (Aug.) bis Febr. 1829: Turners zweite Italienreise. Über Paris nach Florenz und Rom. Stellt hier drei Gemälde aus, die Aufsehen erregen. Zurück über Loreto, Ancona, Bologna, Turin. (Okt.) bis Ende 1833: Der Maler Edward Jacob Steinle aus Wien (1810-1886) in Rom. (Nov.) Ausstellung der Romdeutschen im Palazzo Caffarelli anläßlich des Aufenthaltes von Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen. (Herbst) bis Herbst 1834: Der Darmstädter Maler August Lucas (1803-1863) in Italien. Anschluß an Koch. (1- Dez.) Karl Blechen aus Berlin trifft in Rom ein. Ab Mai 1829 bereist er Italien und reist im Oktober wieder ab. Landschaftszeichnungen und Ölskizzen mit malerisch gesteigerten Freilichtwirkungen. (Dez.) bis Okt. 1835: Der Maler Friedrich Nerly aus Erfurt (geb. 1807) in Rom. Gefördert durch C. F. von Rumohr. Wird 1837 in Venedig ansässig, wo er 1878 stirbt.
1829 bis 1842: "Beschreibung der Stadt Rom" erscheint in 5 Bänden bei Cotta, herausgegeben von Ernst Platner, Carl Bunsen u. a. bis 1835: Joh. Chr. Reinhart malt für Ludwig I. von Bayern ein Rom-Panorama von der Villa Malta aus (4 Gemälde, München, Neue Pinakothek). (2. Jan.) Gründung des internationalen Istituto di Corrispondenza Archeologica zu Rom. Präsident wird der französische Gesandte de Blacas d'Aulps; Sekretäre sind Bunsen und Eduard Gerhard; Archivar ist Kestner. Das Institut bildet eine italienische, eine deutsche, eine französische und eine englische Sektion. (28. Jan.) Aufruf zur Gründung eines Vereins Deutscher Künstler in Rom. Die Gründung erfolgt erst 1845. bis 1834: Friedrich Nerly "General der Ponte Molle". Die scherzhaften Initiationsriten der Ponte-Molle-Gesellschaft für neuankommende Künstler und die Frühlingsfeste in den Grotten von Cervaro werden zu aufwendigen kostümierten Massenbelustigungen und -gelagen. (Mai) Die Fresken des Casino Massimo sind vollendet. (Der Auftraggeber Carlo Massimo ist 1827 gestorben.) (Juni bis Okt.) Führich reist durch Süd- und Oberitalien und kehrt dann nach Prag zurück. (Juni bis Dez.) Overbeck malt das Fresko "Rosenwunder des hl. Franziskus von Assisi" an der Portiuncula-Kapelle bei Sta Maria degli Angeli in Assisi. (Okt.) Der Maler Adam Eberle (geb, 1804) kommt aus München nach Rom, wo er im April 1832 stirbt. (Nov.) bis Juli 1830: Der Maler Eduard Steinbrück (1803-1882) in Rom. (24. Nov.) Gründung der Società degli Amatori e Cultori delle Belle Arti. Dieser Kunstverein faßt alle in Rom tätigen italienischen und ausländischen Künstler zusammen. Hauptzweck ist die Veranstaltung jährlicher Ausstellungen. (Dez.) bis Frühj. 1831: Der Verleger Dr. Hermann Härtel aus Leipzig (1803-1875) hält sich in Rom auf. Freundschaft mit Koch, Preller, Genelli u. a.
1830 (Frühj.) Erste Jahresausstellung der Societä delle Belle Arti. (Juni) J. C. Reinharts "Sendschreiben an Herrn Dr. Schorn in München" erscheint: witzig grobianische Erwiderung auf eine Kritik Schorns an einem Gemälde. (Aug.) Philipp Veit, nach Frankfurt/Main zum Direktor des Städelschen Kunstinstituts berufen, verläßt Rom. (Aug.) bis Juli 183: Peter Cornelius (seit 1824 Direktor der Münchener Akademie) wieder in Rom. Auch in späteren Jahren mehrfach lange Aufenthalte in Rom. (Herbst) bis Juni 1831: Wilhelm Schadow besucht mit seinen Schülern Julius Hübner, Theodor Hildebrandt, Eduard Bendemann und Carl Ferd. Sohn von Düsseldorf aus Italien. (18. Okt.) Grundsteinlegung zur Walhalla bei Regensburg (erbaut von Leo von Klenze). (Dez.) bis Juli 1834: Der Maler Erwin Speckter aus Hamburg
(1806-1835) in Rom. |
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