| Kopf des Augustus
Der Kopf, der wahrscheinlich in eine Statue eingelassen war, ist eines der schönsten Bronzebildnisse, die uns erhalten sind und des Augustus im Besonderen. Wie sein Bildnis im Kapitolinischen Museum hat es eine solche unmittelbare Ausdruckskraft wie kein anderes seiner Bildnisse. Die einfachen, strengen Formen kommen aus dem italisch-römisehen Bereich und sind ohne jedes hellenistische Pathos vorgetragen. Bei einem solchen Kopf geht der Künstler nicht von der Naturform aus, sondern von der abstrakten eines stereometrischen Körpers. Der Umriß ist streng geschlossen; um ihn nicht zu sprengen, sind die fein ziselierten Haarlocken flach und enganliegend gebildet. Die Einzelformen sind hart gegeneinander gesetzt, sie sind klar und einfach zu überschauen. Meisterhaft ist der Ausdruck in sie hineingebracht. Die heruntergezogenen Brauen, die vertieften, im Schatten liegenden inneren Augenwinkel, die leichte Falte von der strengen Nase zum rechten Mundwinkel verleihen ihm ein ernstes Aussehen. Über seinem Antlitz liegt ein Anflug von Schmerz. Wie im Kapitolinischen Kopf ist er auch hier noch jung, nur weiser, resignierter als dort. Lodert dort noch das Feuer des Caesarrächers in seinen Augen, so hat er hier das Werk schon vollendet und hält inne, um in sich hineinzulauschen. Um diesen nach innen gerichteten Blick wiederzugeben, hat der Künstler wohl absichtlich die Augen mitgegossen und auf ihre Einsetzung aus Email verzichtet. Das Bildnis wird in der Zeit um 30 vor Chr. entstanden sein. Wolfgang Helbig, |
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