Statue eines antretenden Diskobolen
Der Diskoswerfer hat mit dem rechten Fuß schon fest Stellung genommen, wie die eingekrallten Zehen zeigen. Das Gewicht des Körpers ist jedoch elastisch auf beide Beine verteilt, wie das gebeugte Knie des zurückgesetzten Beines zeigt. Der Diskos liegt in der linken Hand, die leicht vorgestreckte rechte Hand mißt mit dem abgestreckten Finger gleichsam das Ziel. Durch die weit auseinander liegende Fußstellung kommt eine große raumgreifende Bewegung in die leicht vorgewölbte, kräftige, aber noch nicht voll erwachsene Gestalt. Der in der Blickrichtung richtig ergänzte Kopf gehört nicht zur Statue, deren zugehöriger Kopf bei einer Replik im Museo Nuovo Capitolino erhalten ist. In der Haltung der Figur drückt sich klar die Anspannung vor dem Wurf aus. Lebhafte Bewegung und Körperdrehung stehen unmittelbar bevor: im nächsten Moment wird der Jüngling den Diskos mit beiden Händen hochheben und sich zum Wurfs drehen. Die kräftigen Körperformen mit der klar erfaßten, in sich balancierenden Bewegung gehören der polykletischen Schule des ausgehenden 5. und frühen 4. Jhs. vor Chr. an. Der zugehörige Kopf im Museo Nuovo des Capitols weist ebenfalls eindeutig auf die Schule des Polyklet, so daß die Vermutung E. Q. Viscontis, der das Original mit dem von Plinius, nat. hist. 34, 80 genannten discobolos des Polyklet-Bruders Naukydes identifizierte, an innerer Wahrscheinlichkeit gewinnt. Wolfgang Helbig, |
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