Der Hermaphrodit
Johann Gottfried Herder, "Italienische Reise" - Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, 1788-1789

Der Hermaphrodit liegt auf der linken Seite, das Auge sanft geschlossen.

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Er liegt auf dem rechten Arm, der unter dem Haupt ist, die Finger gehn ruhig auseinander, der Ellbogen dem Haupt gleich, so daß der Kopf vor der Hand ruht. Das Haar jungfräulich hübsch gearbeitet. Der linke Arm auf dem Kissen, das Gewand, das unter ihm liegt, deckt etwas von diesem Arm unter dem Ellbogen, daß die Hand wie hervorkommt.

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Nun zieht sich der Rücken sanft von der linken zur rechten Seite, daß das Rückgrat in ungemein schöner Linie läuft; die linke Hüfte liegt also stark vor u. läuft bis zum Knie, auf welches die Figur sich stützt; nun kommt der linke Fuß über die rechte Wade zurück, daß er in der Luft schwebt; nur etwas vom Gewande läuft unter seiner Wade herab, bis an den Knöchel, u. der Zeh wird wollüstig sichtbar. Das rechte Bein, das auf der Decke liegt, dehnt sich gleichsam, sie sanft zu berühren, das Knie etwas vorwärts. Wade, Bein n. Fuß sind sanft angespannt, u. mit dem Zeh hebt er spannend die Decke, die vom linken aufgelegten Fuß herunterläuft. Eine ungemein wollüstige Stellung, die recht einladet, nach hinten zu greifen.

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Da findet man denn eine sanft aufliegende, sanft angespannte weibliche linke Brust, deren Knöspchen man noch fühlen kann, ein sehr feines Knöspchen; ein schöner wollüstig gebogner Unterleib mit Nabel und sanft angespanntem männlichem Gliede. Es ist ziemlich lang, elastisch, hebt sich aber nicht bis zum Leibe, sondern bis zur Mitte; elastisch gebogen ruht's auf der Decke, die Eichel nur oben etwas entblößt, den Testikel angezogen. Die Oberbeine unter den Hüften laden in der schönen Stellung ebenfalls ein, so die Biegung hinter dem Knie und so fort. Ein schöner jungfräulicher Kopf und Hals, schön gebeugt; die Haare zierlich gearbeitet, man möchte den ganzen gebognen Rücken, Schultern, alles genießen und fühlen.

 
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