| Der Torso "Die Kunst in Italien" von B. Speth, 1821 Zuerst der bekannte Torso di Belvedere, ein Werk dem Athener Apollonio zugeschrieben. Man kann der verjährten Meinung kühn beytreten, daß dies das Fragment einer Statue des Herkules sey; denn wem anders könnten diese Schenkel angehören, diese Fülle von Kraft, die auch im Zustand der Ruhe noch die Muskeln schwellt; dieser breite Rumpf zwischen den mächtigen Schultern, sie können nur die des Herkules seyn. Ausser dieser Charakteristik haben wir keine weiteren Merkmale zur Begründung dieser Annahme; Kopf, Arme und Beine fehlen.
Es gehörte ein verständiger Meissel
dazu, einem solchen Körper, an dem die Muskeln und übrigen Fleischteile so tüchtig
hervortreten, und ohne ihn weichlich zu halten, eine so kräftig zarte Rundung zu geben.
Welche herrliche Aus- und Einbeugungen der Umris-Linien zu großen, gehaltvollen Formen!
Wie jede Erhöhung vorspringt und in Weiche ausläuft! Vergebens sucht ihr das Ende. Wie
fliessend sie wechseln diese Schwellungen, die eine neben der andern, ohne Zerrinnung der
einen in die andere, jede bestimmt angegeben und am rechten Orte. Sehet nur den Rücken!
den übersehet ja nicht, und sehet ihn in zwey, drey verschiedenen Standpunkten. Er bildet
das Schönste mit am Ganzen. Befühlt ihr ihn, die Natur selbst würdet ihr glauben zu
fühlen, sagte die Kälte euch nicht, es sey Stein. |
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