Grabmal der Lady Temple. Es wurde 1810 von dem schwed. Bildhauer Göthe hergestellt. Ein paar Schritte weiter die Ruhestätte des englischen Dichters Keats. Das kurze Leben und tragische Ende des Dichters scheinen besonders die Engländer immer noch besonders zu faszinieren. Keats kam im September 1820 nach Rom, als er schon schwer an Schwindsucht litt, und starb vier Monate später im Alter von 26 Jahren. In welcher Enttäuschung und Verbitterung er endet, verkündet sein Grabstein, der weder Namen noch Datum nennt, sondern folgende Inschrift:
Ein wenig weiter des Weges, vor der Pyramide, das Grabmal des schon erwähnten Studenten Langton und des jungen Barons aus Hannover, Georg von Werpup. Über ihn läßt sich folgende kleine Geschichte erzählen: Er starb 1765 im Alter von 25 Jahren infolge eines sonderlichen Unfalls. Er fiel aus seinem Wagen, als er die Via Flamina entlang fuhr. Daran knüpft sich die Legende, daß er in einer Audienz bei Papst Klemens XIII. in seiner Begeisterung für Rom den Wunsch geäußert haben soll, in Rom zu sterben und an der Cestius Pyramide seine ewige Ruhestätte zu finden. Tatsächlich starb er gleich darauf,und sein Wunsch wurde ihm erfüllt. Dort das Grab des hoffnungsvollen romantischen Malers Carl Philipp Fohr, der im Alter von 23 Jahren beim Baden im Tiber ertrank.
Verlassen wir nun den alten Teil des Friedhofes und gehen zum neuen hinüber, zur sogenannten "Zona Vecchia" und später zur "Zona Prima" und "Zona Seconda". In diesen neuen Teilen wurde von vornherein eine Belegung der Gräber in Reihen vorgesehen. Hier empfängt uns wieder ein Idyll von verwitterten Grabsteinen, üppig wucherndem Pflanzenwerk, Blumen, hohen Bäumen, sanftem Licht und milden Schatten, Statuen, schlafenden Katzen, huschenden Echsen und trauernden Engeln. Nicht Trauer und Wehmut der Vergänglichkeit, sondern eher eine Poesie des "Seins" ergreift uns. Wir stehen vor der Grabstätte August Kestners, gest. 1853, des Sohnes von Goethes Lotte, welche etwas versteckt hinter kleinen Palmen, gleich gegenüber dem Eingang liegt. Er hatte das Amt des Ministerresidenten in Hannovers Diensten inne. Während seines langjährigen Romaufenthalts war er ein geschätzter Freund und Förderer der deutschen Künstler. Seine Sammlung von Kunstwerken und Altertümern ging nach seinem Tode an das Kestner Museum Hannover. Ein wenig weiter oben links treffen wir
auf die Grabstätte des Joh. Chr. Reinhart, gest. 1847, der einer der Begründer der
klassischen deutschen Landschaftsmalerei war. Während seines langen römischen
Aufenthaltes stand er im Zentrum des deutschrömischen Künstlerlebens. |
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