Fohrs' Tod 1818 Am 29. Juni, wurde Carl Phillip Fohr aus dem Leben gerissen, als er mit dreien seiner Landsleute, zwischen Ripetta und Ponte Molle gebadet und dabei versucht hatte, den Tiber zu durchschwimmen. "Das war nun ein entsetzlicher Schlag für alle Deutschen in Rom", schrieb damals der kurz darauf jung verstorbene Franz Horny in die Heimat, "der schönste und stärkste von allen, erst 22 Jahre alt, ein Mensch von dem ungeheuersten Talent und mein liebster Freund".
Die junge Frau des preußischen Gesandtschaftssekretärs von Bunsen berichtete über das traurige Ereignis am 1. Juli folgendes an ihre Mutter: "Ich kann nicht beschreiben, wie uns alle dieses Unglück erschüttert hat; sein Leben war so vielen teuer. Er ging mit drei Freunden am Ponte Molle spazieren, und einer von ihnen, mit Namen Barth, ein vortrefflicher Schwimmer, nahm sich vor, über den Teil des Flusses zu schwimmen, der für so gefährlich gilt, dass die Wache an der Brücke Befehl hat, alle Badenden davor zu warnen. Fohr konnte nur wenig schwimmen, bestand aber, trotz aller Bitten seiner Freunde, darauf, Barth zu folgen. Barth hatte beinahe das andere Ufer erreicht, als er einen Hilferuf der beiden anderen hörte; - als er sich umwandte, sah er Fohr mit der Strömung kämpfend, er faßte ihn beim Haar, doch die Macht des Stromes entriß ihm seiner Hand, dann schwamm er bis über die gefährliche Stelle hinaus, um sich wieder gegen den Strom heraufzuarbeiten, in der Hoffnung, den Freund noch einmal ergreifen zu können. Es gelang ihm, seine Hand zu fassen, aber das Leben war schon erloschen: die Hand entfiel ihm, der Körper sank unter und ist bis jetzt noch nicht gefunden worden. Fohrs armer Hund war vier Tage vorher an derselben Stelle beinahe umgekommen, wagte sich deshalb nicht wieder in die Fluten, seinem Herrn nach, lief aber heulend längs des Ufers und konnte auf keine Weise von dem Fleck weggebracht werden, bis man ihm die Kleider seines Herrn zeigte; diesen folgte er dann nachhause". Und am 4. Juli: "... Gestern Nacht wurden die Überreste des armen Fohr in der Nähe der Pyramide des Cajus Cestius bestattet. Sie wurden nachts zuvor von einem Fischer, eine Meile unterhalb San Paolo fuori le Mura aufgefunden. Da in Rom kein deutscher Geistlicher ist, übersetzte und las Bunsen die Begräbnisordnung der englischen Kirche, auf Vorschlag Niebuhrs lasen dann Bunsen und er abwechselnd die Strophen eines schönen deutschen Begräbnisliedes - aus einer Sammlung alter deutscher Andachtslieder -, das nach ursprünglicher Bestimmung von zwei Chören responsorisch gesungen werden sollte. Zum Schluss sprach Bunsen dann noch einige Worte in bezug auf den Charakter des Verstorbenen und die Gefühle der Überlebenden. Ich wollte, ich könnte meiner Mutter einen Begriff davon geben, wie schön diese stets so schwere Pflicht erfüllt wurde. ... Die Freunde und Genossen des
Verstorbenen, die Fackelträger und die Wache, mit der der protestantische Kirchhof immer
besetzt ist, bildeten einen Kreis um das Grab; die Italiener, die zugegen waren, standen
in gespannter Aufmerksamkeit regungslos dabei. Die Nacht war dunkel, aber die Sterne
funkelten in aller Pracht, und helles Wetterleuchten blitzte an dem wolkenlosen Himmel
auf". |
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