GOETHE IN ITALIEN
Photographie und Textbearbeitung: Jürgen Mulzer
"Mit dem neuen Leben, das
einem nachdenkenden Menschen die Betrachtung eines neuen Landes gewährt,
ist nichts zu vergleichen. Ob ich gleich noch immer derselbe bin,
so mein' ich, bis aufs innerste Knochenmark verändert zu sein"
(an Charlotte v. Stein, 2. Dez. 1786)
Daß dieses neue Land Italien war,
gibt dieser Begegnung erst ihr eigentliches Gewicht. Goethe fand hier,
was ihm die Tradition schon früh verheißen hatte, was er später selbst gesucht und im
Norden nicht hatte finden können,
was aber seines Lebens Sehnsucht, Leidenschaft und Ziel geworden war, das Klassische.
Er gewann in Italien die Anschauung dessen, was er im höchsten Sinne die Gegenwart des
klassischen Bodens nannte.
Ich nenne dies die sinnlich geistige Überzeugung, daß hier das Große war, ist und
sein wird.
(Ital. Reise S. 456, Hamb. Ausg.)
"Hätte ich nicht den Entschluß gefaßt, den ich jetzt ausführe, so wär' ich rein zugrunde gegangen:
zu einer solchen Reife war die Begierde, Italien mit Augen zu sehen, in meinem Gemüt gestiegen."
"Aus Palladio und Volkmann wußte ich, daß ein köstlicher Tempel der Minerva,
zu Zeiten Augusts gebaut, noch vollkommen erhalten dastehe. (...)
Das löblichste Werk stand vor meinen Augen, das erste vollständige Denkmal der alten Zeit,
das ich erblickte."
".... denn an diesen Ort knüpft sich die ganze Geschichte der Welt an, und ich zähle einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt, von dem Tag, da ich Rom betrat."
"Neapel selbst kündigt sich froh, frei und lebhaft an, unzählige Menschen rennen durcheinander,
der König ist auf der Jagd, die Königin guter Hoffnung, und so kann's nicht besser gehn."
Sizilien:
"Daß ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben.".
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