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Olevano
Romano

Besuchen Sie Olevano Romano!
Traumhafte Ausblicke, Spaziergänge auf den Spuren der romantischen Maler
und eines der besten Restaurants Latiums erwarten Sie hier.
Von der U-Bahn Endhaltestelle Anagnina (A) führt uns
ein Tunnel zu dem angrenzenden Busbahnhof. Den Abfahrtssteig erfragen Sie am
Fahrscheinschalter. Ratsam ist es, den frühen Vormittag für Ihren Ausflug vorzusehen, die Busse verkehren sonst seltener.
Nach ca. 2 Stunden interessanter Fahrt sind wir am Ziel. Ein überwältigendes Panorama
erwartet uns: Eine wunderschöne bergige Landschaft mit zahlreichen reizvollen Ortschaften
auf den Bergkuppen, im vergangenen Jahrhundert viel besucht von den romantischen Malern.

Die Künstler ließen sich in der
Mehrzahl in Olevano Romano nieder, das um 1800 von dem Tiroler Maler Josef Anton Koch
aufgrund der vielfältigen Motive entdeckt worden war. Olevano ist noch heute eine
auffallend reizvolle Ortschaft, obgleich auch hier am Ortsrand unschöne Neubauten
entstanden sind. Nicht weit entfernt finden wir eines der besten Restaurants Latiums mit
einer traditionellem Küche, die ihres gleichen sucht.
Geschmackvolle Weine der Region und absolut moderate Preise sollte Ihnen die
Einkehr erleichtern. Am höchsten Punkt des Dorfes erheben sich die Ruinen der
Colonna-Burg von denen Sie einen einzigartigen Rundblick über die Landschaft haben. Gehen
wir entlang der Straße Richtung Bellegra, so treffen wir nach ca. 3 Kilometer auf den
Eichenwald der Serpentara. Hier sehen wir die jahrhundertealten, immer wieder von den
Romantikern gemalten und gezeichneten Eichen. Ein Pfad führt durch Ginstergebüsch vorbei
an bizarren mit Efeu bewachsenen Kalkbrocken, "ein Stück Erde, wie für den Maler
besonders hergerichtet", so erzählt uns Ludwig Richter.
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Als 1873 der begüterte Maler Edmund
Kanoldt erfuhr, das der Besitzer der Serpentara den Wald abholzen und verkaufen wollte
erwarb er dank einer Spendensammlung von deutschen Künstlern das Gelände und schenkte es
dem deutschen Kaiser, der es als Stiftung dem Reich vermachte. Seitdem verwaltet die
Serpentara die preußische Akademie der Künste Berlin. Zwei in den Felsen eingelassene
Reliefs erinnern daran. Unter einem anderem lesen wir Scheffels
der Serpentara gewidmete Verse:
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"Hier im Zentrum der Gebirge
Lesen wir die alte Keilschrift,
Die der Haufe nie verstehen mag,
Das Gesetz des ewig Schönen".
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Der Wald mit der 1906 von Heinrich Gerhard errichteten kleinen Villa sowie die alte
Künstlerherberge Casa Baldi gehören Berlin bzw. der Bundesrepublik Deutschland; in der
Serpentara und in der Casa Baldi logieren deutsche Stipendiaten. Sie stehen in der
Nachfolge berühmter Namen wie Gregorovius, Mommsen und Viktor von Scheffel die neben
vielen anderen in der Casa Baldi wohnten, wo seit dem frühen 19. Jh. Künstler Unterkunft
fanden. Wilhelm Waiblinger hingegen konnte in der Casa Pratesi die Gastfreundschaft der
Olevaneser erfahren.
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Das wohl aufregendste Ereignis in der
langen Geschichte der Casa Baldi war ein Überfall bewaffneter Räuber 1819, bei dem der
Maler Salathè und der Sohn des Hausbesitzers entführt wurden. Den Maler, für den kein Lösegeld zu erhoffen war, ließen
die Erpresser bald wieder frei, der junge Baldi kam nur gegen die Bezahlung einer
beträchtlichen Summe los, die dem Vater von dem Kunsthistoriker und Mäzen Carl Friedrich
von Rumohr zur Verfügung gestellt wurde. Die Malerin Luise Seidler erzählt uns
ausführlich diese spannende Geschichte in ihrer Biographie. |
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Olevano ist fast durch das ganze 19. Jahrhundert das eigentliche Paradies der
deutschen Künstler, besonders der Landschafts- und Genremaler gewesen. Vor allem die
Romantiker Josef Anton Koch, Johann Christian Reinhart, Jacob Wilhelm Mechau, Heinrich
Reinhold, Philipp Fohr, Franz Horny, Ludwig Richter, Carl Rottmann, Julius Schnorr von
Carolsfeld und Carl Blechen und Franz Horny haben hier ihre Motive gefunden.
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Franz Horny ist in Olevano in der Kirche
San Rocco begraben. Er wurde kaum 26 Jahre alt. |
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Durch die Historie und durch seine
spezifischen Örtlichkeiten ist Olevano Beispiel einer Symbiose der deutschen und der
italienischen Kunstlandschaft. |
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